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 IC-Geschichte - Es war einmal...

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Adelaide C.



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Do 24 März 2016 - 14:35



Der Tag der kein Ende finden wollte und es dennoch tat

Es war wieder zu viel, dennoch, es nahm ein gutes Ende.
Unsere Pläne die vereitelt wurden, eine kontrollierte Erzmagierin die ihre Kräfte gegen uns wandte, ein mutiger Söldner der nahezu im Alleingang das Unmögliche möglich machte und...Felomin.

All die Mühe die wir uns beim Vorbereiten machten war vergebens. Die Fallen die wir im Haus platziert hatten, die Illusionen an deren Püppchen ich nicht wenig Zeit verschwendet habe.
Aber es war eine willkommene Ablenkung, es blieb kaum Zeit diese erdrückenden was wäre wenn Fragen im Kopf durchzugehen. Vermutlich hat mich Magus Servantes deswegen gebeten ihm zur Hand zu gehen.

Sir Jon und Pere hatten inzwischen die Umgebung des Friedhofes ausgekundschaftet, sich gestärkt und für den unvermeidlichen Kampf gerüstet. Die Stimmung war so gedrückt das man sie beinahe greifen konnte. Bedrückend, jeder von uns wusste das es schief gehen kann, sogar sehr wahrscheinlich wäre. Dennoch...hielt Sir Jon erneut sein Wort.



Er machte sich alleine auf den weg zur Gruft, wie...nun, es blieb nur eine Möglichkeit bei diesem magischen Nebel.
Pere, Magus Servantes und ich verblieben in Rabenflucht. Der Plan war so gut durchdacht, es wäre nicht schief gegangen, davon bin ich überzeugt. Alles war bereit und wir ebenfalls.

Aber das Monster kam uns zuvor indem er uns die Erzmagierin schickte. Sie war nicht sie selbst, ob sie uns erkannte und sich innerlich sträubte es zu tun...ich kann nur mutmaßen.
Sie trat auf uns zu, gut fünfzig Schritte entfernt stand sie, sie hob die Hände gen Himmel und es folgte ein melodischer thalassischer Gesang.

Dann...dieser Feuerball, direkt auf den Wagen hinter dem wir uns verbarrikadierten. Pere schaffte es gerade noch von diesem zu springen und Magus Servantes zog mich zur Seite. Keine Sekunde zu spät wie sich zeigte.
Es folgten Zauber auf Zauber, die Magier bekämpften sich während Pere und ich quasi nur tatenlos zusehen konnten. Plötzlich...war alles vorbei. Die Erzmagierin verschwunden und Rabenflucht so still das es einem den Atem nahm. Nur ein zerstörter Wagen, flackerndes Feuer auf diesem und drei ratlose Gestalten.



Der Magus fasste sich als Erstes und folgte der Erzmagierin, während wir Verbliebenen uns hinter dem Haus in Sicherheit brachten. Sie war weg, wieder. Ein Gefühl von Enttäuschung und Erleichterung hinterließ einen mehr als bitteren Nachgeschmack zu dem eben Erlebten.
Jetzt musste schnell gehandelt werden, Sir Jon war allein bei der Gruft, er könnte nicht gegen das Monster und die Erzmagierin bestehen.

Also, zurück zu Plan A. Die Fallen waren bereit, die Illusionen ebenso. Die Gefangene wurde nach vor gebracht bis zum Eingangsbereich des Friedhofes um dort das vermeintliche Zauberbuch gegen die Erzmagierin zu tauschen.
Soweit so gut, alles wurde planmäßig ausgeführt, der Akolytin die Nachricht vorgehalten, immerhin hatte sie ja noch den Parasiten in ihrem Kopf. Aber irgendwas lief schief...dieses Ding kullerte plötzlich ohne ersichtlichen Grund aus ihrem Ohr zu Boden und verendete augenblicklich.

Alles dahin? Alles umsonst? Was hatte das zu bedeuten?
Die Gefühle die uns überrollten waren überwältigend. Hätte ich ein wenig mehr nachgedacht hätte sich mir der Grund sofort erschlossen. Aber in der Situation...
es hätte auch eine Falle sein können und Sir Jon noch immer in Gefahr.



Rasch machten wir uns auf den Weg um zur Gruft zu gelangen, ein mulmiges Gefühl diese zu betreten, selbst in Begleitung von Pere und dem Magus.
Es hätte unser letzter Gang sein können, aber selbst mit der Gewissheit das dies so wäre, wir hätten diesen Weg gewählt.
Für Sir Jon, für die Erzmagierin, für uns selbst.

Vorsichtig erkundeten wir die Gruft, Magus Servantes setzte seine Sinne ein und konnte lebende Gestalten ausfindig machen.
Da saßen sie, die Erzmagierin und Sir Jon. Erleichterung im ersten, Verwunderung im zweiten Moment. Mutete das Bild das sich uns darbot doch als recht privat an.
Aber es sei ihnen vergönnt, nach all dem was wir durchgemacht haben, nach all dem was wir noch vor uns haben.

Nicht unweit von ihnen lag noch das Monster, tot. Endgültig...Fred.
Ich wusste es von Anfang an, schon als ich den ersten Fuß nach Rabenflucht setzte und er usn ansprach, ein Gefühl das sich nicht beschreiben lässt und doch das drohende Unheil ankündigte, leise, beinah stumm.

Im Lager angekommen war der Magus inzwischen mit dem“Aufräumen“ fertig und zog sich zur Meditation zurück.



Die Erzmagierin war wohlauf, wieder ganz sie selbst, nur ein angebrochener Knöchel, zumindest lautete so das Urteil von Sir Jon.

Wir anderen waren unverletzt, äußerlich. Was sich in unserem Inneren abspielt möchte ich nicht mal mutmaßen, diese vielen ...sind es denn Morde? Eigentlich mussten wir es tun, ansonsten wären wir die Nächsten gewesen. Und dann ...diese Frau, sie hatte doch gesagt zwei Akolyten...in der Gruft war aber keiner aufzufinden.
Erstmal Ruhe finden, erstmal die Ereignisse verarbeiten,....Alle.

Auch das womit wir nicht gerechnet hätten, das was wir nicht machen sollten, das was befürchtet wurde, schon Tage zuvor.
Das, was ich nicht missen wollte...das Feuer das die Nacht erhellt und uns von innen wärmt, im stetig dunklen Wald.
 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Fr 25 März 2016 - 15:05

Von Leichenmanufakturen und traurigen Fallen





Abendlieds Tagebuch


<Die ersten Zeilen muten krakelig an, als sei die Elfe gar zu müde oder auf andere Weise geistig umnachtet gewesen.>

Es pocht und pocht… Elender Fuß.

<Es wurde eine Sonnenblume mit einem lächelnden Gesicht gezeichnet.>

Es geht mir gut. Trotz allem. Das ist seltsam. Ich fühle mich seltsam gut.

Ich sehe ihn. Er schläft. Alle schlafen. Er gleich nicht mehr.

Das wird ein guter Tag.
 
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Adelaide C.



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Fr 25 März 2016 - 17:41




Tag...

Ich spüre jeden Knochen, jede Bewegung schmerzt...
Aber, es war nötig, auch wenn ich es wahrlich nicht schätze einfach umgesprungen und unter einem solchen Gewicht begraben zu werden.
Aber ich sollte dankbar sein.

Fragt sich nur noch wozu...wenn ich zurück komme war es das, wenn ich nicht auf den Scheiterhaufen schmore, dann werde ich gewiss von der Akademie fliegen.
Verdient.

Ein Ende wie sie...welch Ironie.
Ein Leben lang dem zu entkommen das einem vorherbestimmt ist.

Vielleicht sollte ich meine letzten Tage genießen, so wie es andere Leute tun. Ohne an Konsequenzen zu denken, ohne sich immer den Regeln zu beugen...

Und habe ich dies nicht schon getan, mit dem ersten Fuß den ich in diesen Wald setzte, mit der stummen Zustimmung bei Mara, dem feigen Akt bei diesem Monster?
Gefühlen kann und soll man sich nicht erwehren...wozu noch, es ist ja alles bald zu Ende.

Wenn das Schicksal sich schneller dreht und wendet als ein Karussell,dann bleibt einem nur noch eins.
Akzeptanz
 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Sa 26 März 2016 - 14:10

Vom Nexus und vom Nether



Abendlieds Tagebuch


Arkane Magie macht süchtig.
Ebenso, wie Blutdisteln zu einer unliebsamen Sucht führen können. Es mag an der anregenden und euphorisierenden Wirkung liegen.

Doch heute Morgen habe ich wahrhaftig vom Nexus gekostet. Ich glaube jedenfalls, dass es Morgen war. Alle schliefen noch und meinen Nexus habe ich geweckt.
Wenn man einen Zauber gewirkt hat, gilt es dem Drang zu widerstehen, einen weiteren zu wirken. Das hat mir nie Probleme bereitet.
Aber das hier bereitet mir Probleme.  Vielleicht ist er auch ein Dämon, der mir nun Dinge in meinen Geist gepflanzt hat, die ich umzusetzen gewillt bin. Wenn dem so ist, sollte ich mich dem Nether hingeben. Ein recht reizvoller Gedanke. Auch wenn es mir nun die Schamesröte in das Gesicht treibt. Das spüre ich.
Beim Licht der Sonne, sie werden es bemerken, ich sollte mich beherrschen.
Und auf meine Gedanken achten. Am Ende liest Magus Servantes sie. Das wäre mir höchst unangenehm. Ich sollte meinen Geist abschirmen.

Ehe wir heute Rabenflucht und diesen scheußlichen Wald verließen, haben Magus Servantes und ich die Zugänge zur Gruft mit Hilfe von Illusionen verborgen. Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt abermals dort einkehren, mit entsprechender Ausrüstung, um die Gruft wieder zu einem sicheren Ort für Tote zu machen. Tote sollte man ruhen lassen.

Wir sind ein wenig enttäuscht, keine Artefakte oder Aufzeichnungen gefunden zu haben. Jon vermutet, dass sich der verschwundene Akolyth damit davon gemacht hat. Geflohen oder von seinem Meister entsandt.
Ihn zu finden wird eine Herausforderung. Wo sollen wir zu suchen beginnen? Doch auch hier gilt es, sich entsprechend vorzubereiten.

Magus Servantes erweist sich als angenehme Person. Für einen Kirin Tor. Er war so freundlich, mir bei der Ortung der beiden Falks behilflich zu sein. Anjanette befindet sich wohl im nordöstlichen Teil des Elwynnwaldes. Begraben zwischen zwei Bäumen. Wie einfallslos.
Leirix hingegen scheint wieder in Sturmwind zu sein. Ich bin mir nicht sicher, ob es da noch nötig sein wird, einzugreifen. Sein Schicksal hat er mit seiner Rückkehr besiegelt. Wenn die Gerüchte wahr sind.
Unwürdiger.

Nachdem wir querfeldein über den Fluss in den Elwynnwald gewandert sind, hat es uns geradewegs auf das Anwesen der Levenbergs verschlagen. Ein glücklicher Zufall, der für uns alle ein gepflegtes Umfeld, Tee und hoffentlich auch warme Betten bedeutet.
Nun sitzen wir bei Tisch und werden bewirtet.
Und mit dem Einkehren in die ‚Zivilisation‘ spüre ich deutlich wieder diese Unzufriedenheit. Drohende Langeweile.
Staubige Akten, fade Konversation, zu viel oberflächliche Sauberkeit.
Vielleicht wäre es eine Überlegung wert, die nächste Gelegenheit für einen Außeneinsatz zu ergreifen.

Konversation.

Beim Sonnenbrunnen, ich möchte gerade lieber… Nether.


Zuletzt von Liyaniel am Sa 26 März 2016 - 16:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
 
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Adelaide C.



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Sa 26 März 2016 - 14:45



Tag...

Dieser Tag war wieder mehr als verwirrend, die Erzmagierin ist heute wie ausgewechselt. Sie sprüht geradezu vor guter Laune. Sehr merkwürdig, bei den derzeitigen Stimmungsschwankungen könnte man fast dem Gedanken nachhängen das sie...
Wobei, wäre das so abwegig, Sir Jon war doch auf recht subtile Weise sehr bemüht um sie und sie selbst...ich werde sie wohl noch sehr lange nicht verstehen.

Magus Servantes hat mir, ob ihm bewusst oder nicht, heute eine große Last von der Seele genommen.
Wieder ein Geheimnis, eines mehr von den Unzähligen die sich auf dieser Reise angehäuft haben. Dinge über die wir mit niemanden außerhalb sprechen können, selbst untereinander wird das Meiste anzusprechen vermieden.
Diese Reise hat uns wohl alle sehr geprägt und auf eine seltsame Art und Weise auf ewig aneinander gebunden.
Ein stummes Versprechen, eine Gewissheit, unzerstörbares Vertrauen ineinander.



Am frühen Abend setzten wir über den Fluss in den Elwynn über.
Wie ich es beinah vermutet hatte vor dem Anwesen der von Levenbergs.
Zu Hause...
Ist es das noch?
Will ich das noch?
Zurückkehren in ein Leben geprägt von Regeln, Pflichten und einen Alltag indem ich einfach weitermache als wäre nichts geschehen.
Kann ich das noch?
Es fühlt sich seltsam an, zu Hause, mit ihnen. Ein Zwiespalt der mich innerlich zu zereissen droht. Bald sind wir wieder in Sturmwind und unsere Wege trennen sich.
Für immer?
Wer weiß das schon.

Erstmal das Abendessen genießen. Elsa hat sich solche Mühe gegeben. Sie werden sich über die Ruhe und Sicherheit des Anwesens freuen, ein Bad...ein richtiges Bett...und doch...widerstrebt es mir dies zu genießen.
Ein Teil von mir möchte zurück, selbst unter den Umständen die wir in diesem Wald vorfanden...oder die uns vorfanden.
Es ist alles so verwirrend, alles an das ich geglaubt habe erscheint plötzlich so falsch,so fern...
 
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Adelaide C.



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Mo 28 März 2016 - 11:23


Tag ?: "Vom Rausch und zuviel Geplapper" oder "Von fremden Manawyrmlingen nascht man nicht"



Der unvergessliche Tag

Wenn ich je dachte etwas zu wissen, etwas zu beherrschen...so muss ich das nach gestern Abend revidieren.
Alles so, real und doch wieder nicht. Diese in der Erinnerung lebendigen Eindrücke die auf mich hereinprasselten, beängstigend im ersten Moment, doch durch den Anker...Felomin so sicher und beruhigend.
Ob ihm bewusst ist was er mir dadurch ermöglicht hat, was er damit ausgelöst hat?
Die logische Unvereinbarkeit, ein Paradoxon der unvergesslichen Art, unwiederbringlich? Es wird sich zeigen.

All diese Bilder, Gerüche, Gefühle. Undeutbar und doch so bekannt, so nah und doch so fern.
Dieser alles in Frage stellende Abend, die Nähe und das unzerstörbare Vertrauen.
Nie erlebt und doch vermisst?

Lange noch werde ich über diesen Abend sinnieren, ob ich ihn je zur Gänze begreifen werde...ich denke nicht. Aber es erscheint auch nicht von Bedeutung, zumindest nicht für mich, nicht jetzt.
Aber was hat noch Bedeutung, ist es die Vergangenheit die mich wieder einzuholen droht?
Ist es das Neue das mich überwältigt und in seinen Bann zieht?



Die Gegenwart...ach könnte die Zeit nur still stehen und jede Entscheidung in unendliche Ferne rücken.
Diese Reise niemals enden und uns dennoch alle weiter tragen. Fern von hier, weg aus dem Bekannten auf in die Ungewissheit. Keine Regeln, kein verstellen mehr, einfach leben.

Ich bin nicht mehr ich, vielleicht war ich nie ich selbst, vielleicht werde ich jetzt erst zu dem was ich wirklich bin. Es ist alles so verwirrend, jegliche Konstante in meinem Leben beginnt zu bröckeln, sich vollends aufzulösen.
Aber bedauere ich es denn wirklich?
Nein, viel mehr schätze ich die Veränderung, die Wandlung die sich gerade vollzieht, unaufhaltbar.
Und doch weiß ich das die Anderen dies nicht so sehen werden, sie werden verurteilen ohne auch nur das Ausmaß zu begreifen, wahrlich zu begreifen.

Was bleibt?
Akzeptanz oder die alt bewährte Maske, derer ich überdrüssig bin, die ich nicht mehr aufrechterhalten kann und möchte.
Es wird Zeit die Fesseln des Diktats abzulegen, der Befreiungsschlag und Aufbruch in ein neues Leben.
Ein Leben voller Ungewissheit.
 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Mo 28 März 2016 - 11:46

Abendlieds Tagebuch

Die Konversation mit Lady Odette hat sich als äußerst fad erwiesen. Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns bald wieder erwarten wird.
Eine ebenso große Plage war ihr Manawyrmling, der mir tatsächlich an mein Mana wollte. Lästige Kreatur. Das nächste Mal bekomme ich es…

Die Nacht habe ich am kleinen See verbracht. Ein einfacher See, den ich unter anderen Umständen vermutlich als angenehm bezaubernd empfunden hätte. Ein wenig erinnerte es an meine Zeit als Novizin und die Begegnung mit Magister Sonnenfeuer. Auch wenn die Erlebnisse nicht an einem See stattfanden, waren sie doch recht interessant, prägend und beängstigend.

„Ihr werdet nie über den Sonnenhof flanieren, Novizin Abendlied.“

Natürlich nicht, dämlicher Troll. Die Heimat ist nicht mehr das, was sie einst war. Aber wer hätte das geahnt?
Blutdisteln und noch etwas anderes, von dem ich nach einhundert Jahren nicht weiß, was es eigentlich war. Mein Verlust der ‚Unschuld‘ in jeder Hinsicht.
Exzessiver Konsum von Blutdisteln, einer mir unbekannten Substanz und Mana.
Tage und nächtelange Ausgelassenheit, hemmungsloses Wirken, Wein, Speisen und Musik… das Eintauchen in den Rausch, ein Gefühl des Ertrinkens und am Ende das Erwachen mit scheußlichen Schmerzen.

„Euch hält die Neugier und doch wisst Ihr, es wäre besser zu fliehen, Novizin Abendlied.“

Ja, ich hätte vor ihm fliehen sollen, der mir meinen Frieden stahl. Einen Keim in mich setzte, den ich verbarg und den ER nun wiederweckt hat.
Ich bin froh, damals gezögert zu haben.

Und auch sein Zögern habe ich gespürt. Doch flieh nur, Jon, flieh. Lauf so schnell du kannst, ehe mein Schatten dich verfolgt.
Labe dich an dem Erfolg, den Blick einer Quel’dorei auf dich gezogen zu haben. Möge es dich verzehren, so wie es mich verzehrt.

Er würde gerne mit mir ‚tauschen‘ – was versteht er schon vom Ausmaß? Jener, dem die Zeit entrinnt und der sie dennoch nicht zu nutzen weiß.

Tapferer Jon, ehrbarer Jon, feiger Jon. Lauf.
 
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Jon Teagan



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Mo 28 März 2016 - 14:08

Soldatentagebuch von Jonathan Tintage
Eintrag vom 3. Monat, Jahr 34

Erst danach über die Ereignisse zu schreiben war immer die falsche Weise diese Art Tagebuch zu führen. Wenn ich drauf gehe, bevor ich niederschreiben konnte wodurch, wird es keiner wissen. Das verfehlt den Sinn. Ich hätte längst damit aufhören können. Die Tradition und der ganze glorifizierende Unfug ist mit Gilneas gestorben und es wartet kein Nachfolger, der aus meinen Erfahrungen und meinem Dahinscheiden zehren kann. Aber der Gedanke, dass danach irgendwer diesen Schimmelfänger findet und über mich Bescheid weiß, lässt mich schreiben. Nach dem ganzen Verstecken und Verstellen ist es der passende Ausgang. Dieser Offenbarungsdrang ist lästig und ich bin froh wenn es vorbei ist und ich keinem der Gesichter mehr begegnen kann, die Bescheid wissen.

Bevor ich aber weiter über Dinge kritzle, die mit dem eigentlichen Anlass für diesen Eintrag nichts zu schaffen haben:
Wir haben eine Leiche gesucht und einen Nekromanten gefunden. Wer käme auf sowas? Er hatte seine Späße mit uns und wir haben ihm angemessen dafür gedankt. So macht man das. Immer angemessen handeln.

Das strategische Fazit:
Wenn ein Nekromant zu allem Überfluss auch noch Illusionist ist, Leute bezaubert und über Handlanger verfügt sei schneller als er und habe immer einen gepolsterten Knüppel für deine Freunde dabei.

Ich konnte beobachten, wie diese Aufgabe die anderen berührte. Wie Liyaniel die Antwort auf meine Frage findet, was ihr dieser leere Titel und der beschränkte Status wert ist. Wie Adelaide allmählich den berühmten Roten Faden in ihrer Geschichte findet und hoffentlich ihrem Potential das nötige Futter liefert, damit es groß und stark wird. Wie Pere Möglichkeiten erkennt, die den vertrauten Horizont überflügeln und vermutlich ein Leben auf dem Hof noch weniger erträglich machen. Oder vielleicht sogar attraktiver. Wie Magus Servantes einmal mehr die Fesseln seines Ordens dehnt und in wenigen Tagen mehr leistet, als in einem Monat. Eine Gurkentruppe von Freigeistern im Käfig.
Wenn sie riefen, würde ich wieder kommen.

Doch ich bin in dieser Sache eine verdammte Ente. Ich schwimme darin, aber es berührt mich nicht. Ich teile die Angst nicht. Oder die Verzweiflung. Ich sehe nur den tiefen dunklen Wald und erinnere mich an ein tiefes dunkles Gegenstück ohne Ende. Die Gewissheit aber, dass dieser eins hat - ein Ende - macht es einfach, zu Schwimmen ohne dabei nass zu werden. In manchen Augen lässt es mich mutig erscheinen. In den meisten eher dumm. Tatsächlich bin ich nur leer. Wenn sie wüssten wie gern ich die Aufmerksamkeit des guten alten Sensenmanns zu mir locke, würden sie mich nicht dabei haben wollen.

"Fürchte nicht den Sensenmann. Fürchte den lebendigen Tod in einer selbstgemachten Kiste." Sagte mal ein weises Arschloch in einem Schlammloch. Ich folgte sehr lange dieser Prämisse. Habe vier Leben in einem gelebt. Keine Gelegenheit verstreichen lassen. Keine Möglichkeit ausgelassen. So oft auf Kosten anderer wie auf meine. Ich kenne die Weite dreier Himmel. Was weiß sie davon, eingepfercht in einem Streben nach Anerkennung durch Leute, die sie verachtet. Seit wie vielen Jahren, wie viele Male.
Doch dieses Auskosten hat einen Preis. Die Enden sind stets die selben. Ich muss wissen, was sein wird, wenn ich diesen Kreislauf breche. Nur einmal.

Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit. Ich wünschte, ich hätte mir dieses Vorhaben für profanere Gelegenheiten aufgehoben. Sie nennt mich feige. Sie hat keine Ahnung wie viel Mut ich aufbringen musste. Sich dem Nekromanten zu stellen war einfacher.


Zuletzt von Jon Teagan am Do 31 März 2016 - 19:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
 
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Adelaide C.



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Di 29 März 2016 - 12:46


Tag? "Von Stimmungsschwankungen und seltsamen Verstecken" oder " Der Tod steht ihr gut"




Der Achtundzwanzigste Tag des dritten Monats

Wieder zu Hause...
Warum ich nun hier schreibe, in diesem Buch?
Selbst meinen Koffer mit meinem Reisetagebuch habe ich in der Eile zurückgelassen....
Der Tag war chaotisch, völlig aus dem Gefüge, vom Morgen bis jetzt zur späten Stunde, weit nach Mitternacht, eigentlich ist jetzt schon der Neunundzwanzigste, doch Ruhe....finde ich keine.
Nicht hier, nicht jetzt, nie mehr?

Der Morgen war..., eigentlich gibt es kein Wort das den Morgen beschreiben könnte.
Laut, überraschend, komisch, seltsam, verwirrend und unvergesslich.
Eine Art der Gefahr derer ich noch nie ausgesetzt war, dennoch...beflügelnd, irgendwie.
Dieser kurze Moment wo einem das Herz bis zum Hals pocht, dieses Gefühl das einem alle Sinne raubt. Darin gipfelnd das eine simple Handlung genau das tut, für den Augenblick von vielleicht zwei Wimpernschlägen einen in einen Zustand versetzt der unbeschreiblich ist, eine Mischung aus Gefahr und völliger Glückseligkeit.



Zwei Wimpernschläge...so kurz, aber wer kann mehr verlangen wenn eine Erzmagierin im Vorzimmer einen Tobsuchtsanfall nachgeht. Eine...DIE Erzmagierin, Himmel, noch nie habe ich sie so erlebt. Was in sie gefahren sein muss...
Diese Elfe...

Nicht einmal das recht gehaltvolle Frühstück vermochte die Stimmung die herrschte anzuheben. Es dauerte mindestens drei Kaffeetassen lang bis normale Gespräche zustande kamen, es wurde geplant und dann machten wir uns auf den Weg.
Beim Aufbruch selbst war die Erzmagierin plötzlich wie ausgewechselt, seltsam...warum auch immer.Ich vermag es nicht nachzuvollziehen, vielleicht ein klärendes Gespräch während ich meinen Hengst für sie satteln ließ.

Der Ursprung unserer Reise, die Leiche von Anjanette Falk.
Wir wurden ganz schön in die Irre geführt, wäre es doch so nah an dem Ort gewesen den wir am Beginn unserer Reise passierten.

Aber dann wäre alles anders gekommen, oder doch nicht?
Vieles wäre uns erspart geblieben, Narben die es niemals gegeben hätte, sowohl physische wie psychische.



Und jetzt...zurück in Sturmwind, allein.
Ohne sie.
Magus Servantes und die Erzmagierin erhörten meine Bitte mit ihm zurückzureisen.

Ob mich nun mein Gewissen plagt das ich sie angelogen habe?
Gelogen...wohl eher einen Grund vorgeschoben, erledigen muss ich dies sowieso.
Es hätte noch einen Tag warten können, ja, aber ich musste weg, ein innerlicher Drang und nun Reue?

Eher Reue meine letzten Stunden in Freiheit aufgegeben zu haben, wieder im engen straffen Korsett der Akademie angekommen. Alles in mir sträubt sich, eine Überwindung mein Zimmer zu betreten, das Wort an die anderen Novizen zu richten.

Der Turm, einst ein Symbol für das was ich zu erreichen hoffte, nun ein Mahnmal einer Gesellschaft die kein Verständnis dafür aufbringen könnte, für all die nicht mehr zu verleugnenden Geschehnisse.
Zumindest mir selbst gegenüber.

Es war einmal...
....eine Geschichte die niemals erzählt
werden durfte......
 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Mi 30 März 2016 - 17:31

Abendlieds Tagebuch

Dort wo unsere Reise begann, endet sie nun. Peres Hof.

Ich fühle mich von Grund auf zerstört und neu zusammen gesetzt, und doch ist es mir nicht fremd.
Zuerst war da die Angst, dann hat es mich befreit.

Letzte Nacht habe ich die Sterne betrachtet. Ein trauriges Versäumnis, sie nicht schon vor Jahren beachtet zu haben. Selbst wenn man den Blick abwendet, bleibt die Faszination und der Wunsch immer wieder dorthin zu sehen. So viele Sterne, die es zu bewundern gilt.
Darauf kann ich nicht verzichten. Diesen Wunsch nicht verdrängen oder kontrollieren. Freiheit. Keine Grenzen.
Selbst nun, wo es Morgen ist und alles zu einer undeutlichen Erinnerung verschwommen sein sollte, ist es präsent.

Umso schwerer fällt nun der Gedanke sich wieder zu den Zwängen zu begeben. Heimkehr. Ich kehre nicht heim. Und was ich frei ließ, sperre ich nicht mehr ein.

Adelaide ist bereits gestern Abend mit Magus Servantes nach Sturmwind zurück gekehrt. Es fühlt sich falsch an, sie alleine ziehen zu lassen. Nein, es fühlt sich falsch an irgendeinen dieser Personen ziehen zu lassen. So viel, was wir teilen. Erfahrungen und Geheimnisse. Vertrauen.
So spüre ich eine Verbundenheit zu jedem von ihnen. Selbst zu diesem Kirin Tor.

Es sind Menschen, die mein Leben ein Stück weit begleiten werden, bis ihr Alter oder der Tod sie mir entreißt. So es mich nicht zuerst trifft.

Ich werde mir die Gefahren suchen, die mich bei Laune halten.

Nein, diese Reise endet nicht. Sie hat gerade erst begonnen.
 
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Adelaide C.



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   So 3 Apr 2016 - 18:16


Ein einzelnes Blatt

Schritte, schwer, dumpf, nahe...
Ein Hallen, dazwischen Tropfen die auf eine Pfütze treffen und leises Gefiepse das an mein Ohr dringt.Ein Duft der an eine Gruft, ein tiefes modriges Gewölbe erinnert.
Kälte, Nässe die sich langsam durch die wenigen Lagen Stoff die mich bedecken schleicht.
Und dieser Schmerz, dieser unbeschreibliche Schmerz der mich zu zerreißen droht.

Aber nicht die Wunden sind es die mich erzittern lassen, der Schmerz der sich im Inneren immer weiter und weiter ausbreitet. Wie eine Wunde die nicht gestillt wird, Blut das sich langsam aber sicher immer weiter in meinem Körper ausbreitet.
Noch habe ich meinen Willen, noch kann ich widerstehen...aber wie lange noch?
Dann, ein vertrautes Gefühl, eine Flamme in der Ferne dieser Dunkelheit, mein Hoffnungschimmer?


Wer hätte gedacht das ein kleines Blatt so intensiv sein kann, ich konnte es fühlen, riechen, ja nahezu anfassen. War es Phantasie oder die Zukunft? Und wenn ja, wie kann ich sie aufhalten, mich ihr entgegen stellen und sie verhindern?

Immer wiederkehrend, keine Ablenkung die lange genug diese Gedanken aus meinem Kopf verbannt. Oberflächliche Gespräch, Nichtigkeiten die den Mittelpunk ihres Lebens darstellen, gute Miene zum bösen Spiel, die altbewährte Maske.
Wenn sie wüssten, irgendwann werden sie es erfahren, am eigenen Leib, ein paar Wenige bestimmt. Ob sie dann verstehen, wahrlich verstehen und sehen? Oder werden sie sich hinter der Oberflächlichkeit dieser Gesellschaft verstecken, ausharren...verkümmern?


Der Blick der olivfarbenen Augen gleitet durch das Fenster in die dunkle Gasse des grünen Viertels.
Gedanken die auf Reisen gehen...“Und Vieles ergibt auch erst zu spät 'n Sinn, um es zu nutzen.“
Ob seine Worte auch hier zutreffen, oder ob man sich doch dagegen wehren kann, wenn es denn tatsächlich das Kommende war?
Wieder Fragen über Fragen und die einzige Antwort darauf die, welche seit Wochen die einzig Konstante zu sein scheint.

Vielleicht...
 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   So 3 Apr 2016 - 22:55

Ein Stück Pergament



Elfenberührung.
Auf einem Stück Echtsilber für die Ewigkeit. Nur ein Span, der keine Aufmerksamkeit zieht. Gehüllt in unser aller Geheimnis, den Blicken entzogen in schwarzem Bette versteckt.
Dies ist mein Geschenk für Dich.
Möge Dein Geist geschützt von Zwang und Bezauberung sein, dein Wille frei.

Eine Tote suchten wir. Was wir fanden traf uns unvorbereitet. Nekromanten, verwirrende Geschichten und kaum ein Geheimnis, das wir zu lösen wussten.
Wir haben gemordet, wir haben gerichtet. Wir haben gekämpft und geplündert. Dem Tod standen wir am nächsten.
Ich empfinde keine Reue, keinen Schmerz darüber. Wir taten das Richtige.

Auch wurden Bänder geknüpft, die niemand vermutet hätte. Wo zaghafte Freundschaft war, wurde Vertrauen vertieft.

Geheimnisse. Zu viel davon.

Doch nur eines wahre ich mit Freude. Unser Geheimnis.
Vom Nexus zum Nether, da ich die Verlockung verfluchte, vom Nether zum Nexus.

Nexale Erfüllung.

Doch ein Geheimnis mehr hüte ich, gebe es in Deine Hand, wissend, dass Du es dennoch nie erfahren wirst. Zu kostbar ist Dir der Nutzen.

Ich habe gelogen.

Lügen. Sie können durch Worte erfolgen, doch auch durch das Schweigen oder Handeln.
Ich habe verschwiegen.

Welche Entscheidung Du triffst, das weiß ich heute nicht. Doch morgen, wenn Du dies in Händen hältst, wird sie gefallen sein, so wie meine nun gefallen ist.

Du bist würdig. So gebe ich Dir dieses Schild in die Hand, das meinesgleichen so verhasst ist.
Elfenberührung.
Nie mögest Du an der Wahrhaftigkeit zweifeln.
Keine Zwänge. Nicht für Dich. Nicht für mich.
Nur die Befreiung und nexale Erfüllung.

Wir sind füreinander Studienobjekte und Forscher zugleich. Mit jedem enthüllten Geheimnis steigt die Faszination. Sich der Besonderheit immer mehr bewusst werdend.

Wieder verschweige ich.

Doch was ich verschweige – dies ist dem beharrlichen Forscher vorbehalten.
Ein tief in mir verborgenes Geheimnis.
Ob Du beharrlich bist, dies wird sich noch zeigen.



Mit ruhiger Miene überflog sie die eng geschriebenen Zeilen, derweil die Tinte trocknete. Die Feder bei Seite gelegt, wirkte jeder Handgriff wie eingeübt.
Ein dünnes, biegsames Plättchen aus Echtsilber, welches bereits mit der Verzauberung genährt wurde.
Permanent. Ein machtvolles Arkanes Objekt.

Sie faltete das Pergament einmal zu einem Dreieck. Säuberlich eine Ecke zur anderen führend. Symmetrie.
Das Plättchen fand seinen Platz in seiner Mitte. Wohl bedacht, berechnet, bis das Dreieck kaum mehr als die Hälfte ihrer Handfläche bedeckte.

Schwarzer Stoff. Schlicht und nicht nach Aufmerksamkeit schreiend. Mit sinnlosen Runenzeichen bestickt, nur um dem prüfenden Blick eines Laien zu bestehen, so der schwarze Seidenfaden überhaupt ins Auge stach.
Darin nähte sie das Pergament mit dem verzauberten Silberplättchen ein.

Eine Öse. Er würde vermutlich eine Lederschnur wählen, das ahnte sie. Aber wissen würde sie es bald.

„Es ist vollbracht“, wisperte sie und betrachtete das schlicht aufgemachte Werk, das sie Stunden der Mühe gekostet hatte und viel ihrer Kraft.
Nichts, um die Lächerlichkeit eines einfachen Individuums zu bezeugen.

Das hohe Geschenk einer Quel’dorei.
 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   So 3 Apr 2016 - 23:01

Tag ??? - In der Gruft von Rabenflucht



Tage und Nächte hatte er ausgeharrt, gefangen in der Dunkelheit seines Grabes.
Dumpf hatte er ihre Stimmen vernommen. Da wurde ihm bewusst, der Meister war tot.
Er hatte sich zwischen den Büchern geregt, die all ihr Wissen beinhaltete. Geduldig gewartet.

Erst als die Luft zu dick zum Atmen wurde, der Durst zu quälend, sprach er das nötige Machtwort. „Meriyem.“
Nichts.
Jemand hatte das Schloss zerstört.

Verzweiflung. Ohnmacht.

„Wie mir mitgeteilt wurde, gab es hier Probleme?“ vernahm er im Dunkel seines Bewusstseins die weibliche Stimme.
Flatternd öffneten seine Lider sich, als er das belebende Nass an seinen trockenen Lippen spürte.
Ein wunderschönes Geschöpf. Zu unwirklich und doch spürte er die eiskalte Hand auf seiner Stirn.

Sie saß am Rand seines steinernen Sarges und hatte die Lippen zu einem spöttischen Lächeln verzogen.
„Immerhin habt Ihr alles in Sicherheit gebracht“, säuselte sie. „Auch wenn ich mehr von eurem Meister erwartet hätte.“

Er versuchte zu sprechen, doch gelang es ihm nicht. Die Zunge war geschwollen und schwer.

„Es war schwer den Zauber zu brechen. Nun, vielleicht… nicht für eine Quel’dorei.“
Schelmisch zwinkerte sie dem Akolythen zu.

„Bringt ihn hinaus, wir brechen sofort wieder auf. Man erwartet mich bereits, und ich will keine Zeit verschwenden. Und vergesst die Aufzeichnungen nicht!“
„Ja, Mylady“, erklang es ergeben und doch so starr.

Sie stolzierte voran, überließ den geschwächten Akolythen ihrem Diener.

Elendes Pack. Wer auch immer sie alle getötet hatte, würde büßen.

„Zeit Fragen zu stellen“, säuselte sie und begab sich mit einem schmalen Lächeln auf den Lippen nach Rabenflucht.

Das Spiel fängt gerade erst an.

 
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Liyaniel



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BeitragThema: Re: IC-Geschichte - Es war einmal...   Fr 8 Apr 2016 - 21:20






Irgendwo in Azeroth




„Sehr gut, gleich nochmal!“ ertönte die Stimme der Quel’dorei, die prüfend die ausgeführten Gesten ihres Schülers beobachtete.
„Mit etwas mehr Liebe, bitte. Es soll ja nicht nur etwas bewirken, sondern auch gut aussehen!“

Unsicher blickte er zu seiner Lehrmeisterin.
„Gut aussehen“, murmelte er und führte die Geste abermals durch. So hatte er sich das alles gar nicht vorgestellt. Vielleicht wäre der Tod eine bessere Option gewesen.

„Jaaaa“, säuselte sie und klatschte begeistert in die Hände. Ihre Augen leuchteten mal wieder stärker. Wie immer, wenn sie die Finger nicht von den verhängnisvollen roten Blättern lassen konnte. Und dies schien immer der Fall zu sein.

„Soll ich die Geste nochmals ausführen?“ fragte er unsicher und deutete eine Verbeugung an. Sicher war sicher.

Die Elfe schob sich von ihrem ‚Thron‘ und schlenderte mit einem verschlagenen Lächeln auf ihn zu. Den Zeigefinger empor gehoben, deutete sie ein deutliches ‚Nein‘.

„Versuch es nun an… ihr!“ erklang es, ehe ihr Blick sich auf den schmalen Leib einer wohl älteren Dame richtete, die ihre besten Zeiten lange hinter sich gelassen hatte. In jeder Hinsicht.
„Gib ihr einen Namen und lass sie tanzen!“

„Ja. Jawohl. Ich nenne sie…“ Stirnrunzelnd richtete er den Blick auf die halb verweste Leiche. „Adda.“

„Adda“, wisperte sie. „Geste und Formel – auf auf!“ Auffordernd klatschte sie in die Hände.

Der Akolyth fuhr sich mit der Zunge über die Lippen, ehe die Arme zu ausladenden Gesten gehoben wurden. Wie ein Puppenspieler ließ er seine Finger zucken. Und als hätte ihn ein Fieber gepackt, flüsterte er die Formel.
Und tatsächlich, Adda richtete sich auf. Mit zuckenden Gliedern, dem Kinn auf der Brust ruhend, ehe sie Haltung annahm.
Stolz grinste der Akolyth.

„Wir brauchen noch mehr davon“, ließ die Quel’dorei vernehmen.

„Herrin“, setzte ihr Schüler an. „Was ist nun mit diesen Leuten aus Rabenflucht?“

„Alles zu seiner Zeit“, antwortete sie schmunzelnd und trat zu Adda. Die Arme um die untote Kreatur geschlungen vollführte sie einige Tanzschritte und schubste sie zuletzt achtlos fort.

„Wir haben noch reichlich zu tun, ehe die anderen eintreffen. Auf, auf, an die Arbeit!“

„Ja, Herrin“, sprach er, während er sich tief verneigte.

Tatsächlich. Es gab viel zu tun. Alles Weitere würde sich fügen. Vielleicht.






Königliche Akademie der Arkanen Künste und Wissenschaften Sturmwind – Das Büro der Erzmagierin






„Es wäre mir wirklich ein Anliegen, wenn Ihr dies abermals untersuchen würdet“, sprach die alte Dame. Das weiße Häubchen auf ihrem Haupt wies sie als frisch gebackene Witwe aus. Oder eine Frau mit schlechter Frisur.

Die leuchtenden Augen der Quel’dorei richteten sich auf den besagten gefährlichen Gegenstand.
„Es ist eine… Uhr“, säuselte sie und blickte die Dame direkt wieder an.

Novizin Conroy saß auf dem verbliebenen Stuhl und ließ die Schreibfeder kratzend über das Pergament fliegen. Auf ihren Zügen zeigte sich keinerlei Regung, während ihr Augenmerk ausschließlich auf die Akte gerichtet zu sein schien.

„Ja, Erzmagierin, ich habe sie von meinem Gemahl geerbt“, erklärte die Frau mit einem flüchtigen Lächeln, ehe sie in ihrer Trauer in Tränen ausbrach. „Er würde mir nie etwas Böses tun, aber die Uhr ist ein Erbstück und Ihr wisst ja, wie es mit Erbstücken ist. Nichts wert oder verflucht. Diese Uhr ist verflucht, da bin ich mir sicher!“

„Natürlich, natürlich“, säuselte Liyaniel und legte den Kopf schief. Belore, sie soll endlich aufhören zu weinen.
Ein freundliches Lächeln zeigte sich auf den Zügen der Elfe.
„Ich habe es in den vergangenen Tagen mehrfach untersucht. Diese Uhr… ist so magisch wie ein Stück Brot vom Bäcker.“

„Bitte“, flehte die Frau. „Seit ich diese Uhr bei mir trage, fühle ich mich schrecklich. Stets der stechende Schmerz in meiner Brust. Damit stimmt doch etwas nicht!“

Adelaide zeigte eine aufmerkende Geste und notierte weiter.

Die Erzmagierin ließ ein leises Seufzen vernehmen. Beim Sonnenbrunnen, was mache ich hier eigentlich?
„Also gut, ich werde sie mir noch einmal ansehen.“

Die Dame erhob sich und trat um den Tisch und schickte sich gar an, die Magierin in die Arme zu nehmen. Doch beließ sie es dabei, schlicht nach ihren Händen zu greifen.
„Ich danke Euch, Erzmagus Abendlied, ich danke Euch!“

„Natürlich. Das mache ich doch gern, gute Frau.“
So legte sie die alte Uhr vor sich auf dem Schreibtisch ab – wie schon so oft in den vergangenen Tagen. Den Schein wahren. Tatsächlich wirkte sie einen Zauber und prüfte das Erbstück auf Magie. Nichts. Warum hätte sich daran auch etwas ändern sollen?
„Belore“, flüsterte Liyaniel und riss die Augen auf, ehe sie unkontrolliert sie zucken begann.

Auch die Frau riss nun erschrocken die Augen auf und wich zurück.
„Beim Licht, was ist nur mit Euch!“
Die Novizin hingegen nahm es mit nüchterner Gelassenheit. Fleißig führte sie das nötige Protokoll.

Liyaniel zuckte weiter auf ihrem Sessel und murmelte zusammenhanglose Worte. Thalassisch. Das würde die Dame ohnehin nicht verstehen. Mit Hilfe einer Illusion zauberte sie sich Schweißperlen auf die Stirn.
„Ich kann es nicht bannen!“ zischte sie und sank scheinbar kraftlos zurück.

„Ach Erzmagus, beim Licht, Kind, das wollte ich nicht! Ach herrje, wie schrecklich. SCHRECKLICH! Soll ich Hilfe holen?“ erklang es panisch, während die Witwe Liyaniel Luft zufächelte.

„Es… geht schon“, erklärte jene kraftlos. „Ich… wir… werden es in einem… Bannkasten… verschließen.“ Dem folgte ein schwaches Lächeln. „Vergebt, dass ich es nicht früher erkannte…“

Die Frau hob entsetzt die Arme.
„Ist schon gut, beim Licht, wie konnte das nur sein?“

„‘s hat sich gut verborgen… nun… wir werden es sicher verwahren…“ sprach Liyaniel weiter. „Das kann gefährlich werden. Geht besser… und bringt Euch in Sicherheit… geht heim.“

Eifrig nickte die Dame. „Soll ich Hilfe holen?“

„Nein, ich muss mich dem allein stellen und für mein bisheriges Versagen Läuterung erfahren.“

„Ach Kind, Erzmagus, ach herrje…“ verstört verließ die Dame das Büro und ward wohl nie wieder gesehen.

Kaum hatte sich die Tür hinter jener geschlossen, rollte Adelaide mit den Augen und zerknüllte das beschriebene Pergament.
Liyaniel platzierte seufzend ihre Stirn auf den Tisch und schüttelte langsam den Kopf.
„Belore, warum holt mich hier niemand raus?“ jammerte sie leise für sich.

Der nächste Griff ging in den Beutel. Genug Blutdisteln. Eine davon wanderte in ihren Mund – die Uhr hingegen wurde achtlos in die Schublade geworfen.

Eines Tages. Vielleicht.
 
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