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 Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins

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Quithas

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BeitragThema: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:15

Als Sammelband von den zahllosen historischen Werken zur Schöpfung und Entwicklung von Azeroth, ist der Foliant "Die Annalen der Welt" eines der größten und dicksten Bücher der Akademie. Nur mit beiden Händen bekommt man das gewaltige Buch mit seinem robusten, ledernen Einband aus der Ablage. Jedes der aufgelisteten Bücher, aus dem dieser Sammelband schöpft, kann auch als Einzelstück in der öffentlichen Bibliothek der Akademie gefunden und gelesen werden.

Die Annalen der Welt
Band Eins
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Mythos

Kaptiel 2: Die neue Welt

Kapitel 3: Der Untergang von Draenor

Die Chronologie²


    Zwischen den Jahren - 147.000 und - 65.000


    • Die Alten Götter und die Ordnung von Azeroth

    Jahr - 64.001



    • Der Bund der Drachenschwärme


    Jahr - 16.000


    • Die Zwillingsimperien


    Jahr - 14.000



    • Die erwachende Welt und der Brunnen der Ewigkeit

    Jahr - 10.000


    • Krieg der Ahnen
    • Die Spaltung der Welt
    • Der Berg Hyjal und Illidans Geschenk

    Jahr - 9.000


    • Der Weltbaum und der Smaragdgrüne Traum

    Jahr - 7.300


    • Die Verbannung der Hochelfen
    • Die Schildwachen und die lange Wacht

    Jahr - 6.800


    • Die Gründung von Quel’Thalas

    Jahr - 2.800


    • Arathor und die Trollkriege

    Jahr - 2.700


    • Die Wächter von Tirisfal

    Jahr - 2.500


    • Eisenschmiede – das Erwachen der Zwerge

    Jahr - 1.200


    • Die sieben Königreiche

    Jahr - 823


    • Aegwynn und die Drachenjagd

    Jahr - 230


    • Krieg der drei Hämmer

    Zwischen den Jahren - 45 und - 1


    • Der letzte Wächter
    • Kil'jaeden und der Schattenpakt
    • Aufstieg der Horde

------------------------
² Die Jahreszahlen basieren größtenteils auf der offiziellen Zeitlinie, die Blizzard auf seiner öffentlichen Seite bis 2010 angegeben hatte und teilweise auf den Corebooks.
³ Die Quelle für die Bücher findet sich auf dieser Seite: klick.


Zuletzt von Quithas am Sa 2 Nov 2013 - 19:52 bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
 
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Quithas

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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:18

Kapitel 1: Mythos





Zuletzt von Quithas am Mo 22 Apr 2013 - 20:00 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
 
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Quithas

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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:19

Die Titanen und die Entstehung des Universums
Niemand weiß genau, wie das Universum seinen Anfang nahm. Manche glauben an die Theorie, nach der eine ungeheure kosmische Explosion die unendliche Vielzahl der Welten in das Große Dunkel geschleudert hat – Welten, die eines Tages Lebensformen von wundersamer und schrecklicher Vielfalt tragen sollten. Andere glauben, dass das Universum von einer einzigen allmächtigen Wesenheit geschaffen wurde. Der exakte Ursprung des chaotischen Universums ist unklar, aber sicher ist, dass ein Volk mächtiger Wesen entstand, das für Stabilität in den verschiedenen Welten sorgte und den Lebewesen, die in seine Fußstapfen traten, eine sichere Zukunft gewährleistete.

Die Titanen, kolossale Götter mit metallisch schimmernder Haut aus den Weiten des Kosmos, erkundeten das neu entstandene Universum und machten sich auf den Welten, die sie fanden, an die Arbeit. Sie gestalteten ihre Welten, indem sie riesige Gebirge aufwarfen und gewaltige Meere aushoben. Sie atmeten Firmamente und tosende Atmosphären aus. Und das alles als Teil ihres unbegreiflichen Planes, Ordnung aus dem Chaos zu erschaffen. Sie verliehen sogar primitiven Völkern die Macht, ihre Arbeit zu tun und die Integrität ihrer jeweiligen Welt zu erhalten.

Die Titanen, die von einer Elitegruppe regiert wurden, die man Pantheon nannte, brachten im ersten Zeitalter der Schöpfung Ordnung zu hundert Millionen, über das gesamte Große Dunkle Jenseits verstreuten Welten. Das gütige Pantheon, das die geordneten Welten beschützen wollte, war stets auf der Hut vor drohenden Angriffen der bösen, extradimensionalen Wesen der wirbelnden Nether-Welt. Die Nether-Welt, eine astrale Dimension chaotischer Magie, die die Myriaden Welten des Universums verbindet, war die Heimat einer unendlichen Zahl von hinterhältigen dämonischen Wesen – die das Leben zerstören und die Energien des lebenden Universums verschlingen wollten. Die Titanen konnten sich das Böse oder Hinterhältige in keiner Form vorstellen und suchten nach einer Möglichkeit, die konstante Bedrohung durch die Dämonen zu beenden.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:20

Sargeras und der Verrat
Mit der Zeit fanden dämonische Wesenheiten aus der wirbelnden Nether-Welt ihren Weg in die Welt der Titanen und das Pantheon gab seinem größten Krieger Sargeras den Auftrag, das Reich an vorderster Front zu verteidigen. Sargeras, ein edler Riese aus gegossener Bronze, erledigte seine Pflichten zahllose Jahrtausende lang. Er suchte und vernichtete diese Dämonen, wo immer er sie finden konnte. Im Laufe der Äonen begegnete Sargeras zwei mächtigen Dämonenvölkern, die beide danach trachteten, Macht und Vorherrschaft über das materielle Universum zu erlangen.

Die Eredar, ein heimtückisches Volk teuflischer Zauberhexer, nutzten ihre Hexenmeistermagien dazu, eine Anzahl von Welten zu erobern und zu versklaven. Die eingeborenen Völker dieser Welten mutierten durch die bösen Mächte der Eredar und wurden selbst zu Dämonen. Sargeras’ fast grenzenlose Macht reichte zwar aus, um die schändlichen Eredar zu besiegen, doch die Verderbnis und das alles verschlingende Böse dieser Kreaturen beunruhigten ihn zutiefst. Da der große Titan unfähig war, dieses Maß an Verworfenheit und Bösartigkeit zu verstehen, verfiel er langsam in eine tiefe Depression. Doch trotz seines zunehmenden Unbehagens befreite Sargeras das Universum von den Hexenmeistern, indem er sie in einem Winkel der wirbelnden Nether-Welt einsperrte. Während seine Verwirrung und sein Elend schlimmer wurden, war Sargeras gezwungen, sich mit einer anderen Gruppe auseinander zu setzen, die darauf aus war, die Ordnung der Titanen zu stören: die Nathrezim. Dieses finstere Volk vampirischer Dämonen (auch als Schreckensfürsten bekannt) eroberte eine Anzahl bewohnter Welten, indem sie von ihren Bewohnern Besitz ergriffen und sie dem Schatten zuführten. Die hinterhältigen, ränkeschmiedenden Schreckensfürsten hetzten ganze Nationen gegeneinander auf, indem sie durch ihre Manipulationen gedankenlosen Hass und Misstrauen erzeugten. Sargeras besiegte die Nathrezim mühelos, doch ihre Verderbnis beeinflusste ihn zutiefst.

Der edle Sargeras wurde mit der Verzweiflung und den Zweifeln nicht mehr fertig, die seine Sinne überwältigten. Er verlor nicht nur den Glauben an seine Mission, sondern auch an die Vision der Titanen von einem geordneten Universum. Schließlich kam er zu der Überzeugung, dass allein schon die Vorstellung von Ordnung töricht und Chaos sowie Verworfenheit die einzigen absoluten Konstanten im dunklen, einsamen Universum seien. Seine Titanenbrüder versuchten, ihn von seinem Irrtum zu überzeugen und die Wogen seiner aufgepeitschten Emotionen zu glätten, doch tat er ihre optimistischen Überzeugungen als selbstbetrügerischen Irrglauben ab. Sargeras sagte sich für immer von ihnen los und machte sich auf die Suche nach seinem eigenen Platz im Universum. Das Pantheon bedauerte sein Fortgehen zwar, doch konnten sich die Titanen nicht vorstellen, wie weit ihr verirrter Bruder tatsächlich gehen würde. Als Sargeras’ Wahnsinn den letzten Rest seiner wackeren Gesinnung verdrängt hatte, glaubte er, dass die Titanen selbst für das Scheitern der Schöpfung verantwortlich wären. Er beschloss, ihr Werk im gesamten Universum ungeschehen zu machen und eine unaufhaltbare Armee aufzustellen, die das materielle Universum in Brand stecken sollte. Sogar Sargeras’ titanische Gestalt veränderte sich angesichts der Verderbnis, die sein einst edles Herz verseuchte. Seine Augen, Haare und Bart gingen in Flammen auf, seine metallische, bronzene Haut platzte und brachte einen ewigen Brennofen aus sengendem Hass zum Vorschein. In seiner Wut zerschmetterte Sargeras die Gefängnisse der Eredar und Nathrezim und befreite die abscheulichen Dämonen. Die verschlagenen Kreaturen verneigten sich vor der grenzenlosen Wut des dunklen Titanen und schworen, ihm in jeder erdenklichen bösartigen Form behilflich zu sein. Aus den Reihen der mächtigen Eredar wählte Sargeras zwei Helden aus, die seine Dämonenarmee der Zerstörung anführen sollten. Kil'jaeden der Betrüger wurde auserkoren, die dunkelsten Völker im Universum zu suchen und für Sargeras’ Reihen zu rekrutieren. Der zweite Held, Archimonde der Entweiher, sollte Sargeras’ riesige Armeen in den Kampf gegen alle führen, die sich dem Willen des Titanen widersetzten.

Kil'jaeden machte als Erstes die vampirischen Schreckensfürsten zu willfährigen Sklaven seiner schrecklichen Macht. Die Schreckensfürsten dienten im ganzen Universum als seine persönlichen Agenten und fanden Gefallen daran, für ihren Meister primitive Völker zu finden, zu verderben und in die eigenen Reihen aufzunehmen. Der Erste unter den Schreckensfürsten war Tichondrius der Verfinsterer. Tichondrius diente Kil'jaeden als perfekter Soldat und willigte ein, Sargeras’ brennende Willenskraft in die finstersten Winkel des Universums zu bringen. Der mächtige Archimonde schickte auch eigene Agenten aus. In der Hoffnung, eine Elitetruppe zu bilden, die die Schöpfung allen Lebens zunichte machen konnte, wandte sich Archimonde an die abgrundtief bösen Schmerzensfürsten und deren barbarischen Anführer Mannoroth den Zerstörer. Als Sargeras sah, dass seine Armeen aufgestellt und bereit waren, seinen Befehlen zu folgen, führte er seine wilden Truppen in die Weite des Großen Dunkels. Seine wachsende Armee nannte er die Brennende Legion. Bis auf den heutigen Tag ist nicht bekannt, wie viele Welten auf ihrem unheiligen Kreuzzug durch das Universum verzehrt und niedergebrannt wurden.


Zuletzt von Quithas am Mo 22 Apr 2013 - 19:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:20

Die Alten Götter und die Ordnung von Azeroth
Die Titanen bemerkten offenbar nichts von Sargeras’ Absicht, ihre zahllosen Werke zu vernichten, und zogen weiter von Welt zu Welt, um ihnen Form und Ordnung zu geben, wie es ihnen rechtens erschien. Auf ihrer Reise stießen sie auf eine kleine Welt, die ihre Bewohner später Azeroth nennen sollten. Als die Titanen über das urzeitliche Land zogen, begegnete ihnen eine Anzahl feindseliger Elementargeistwesen. Diese Elementargeister, die ein Volk unvorstellbar böser Wesen verehrten, das nur die Alten Götter genannt wurde, schworen einen Eid, dass sie die Titanen vertreiben und ihre Welt vor der metallenen Berührung der Invasoren behüten würden.

Beunruhigt angesichts des bösen Charakters der Alten Götter, erklärte das Pantheon den Elementargeistern und ihren dunklen Meistern den Krieg. Die Armeen der Alten Götter wurden von den mächtigsten Offizieren der Elementargeister befehligt: Ragnaros der Feuerfürst, Therazane die Steinmutter, Al'Akir der Windfürst und Neptulon der Gezeitenjäger. Ihre chaotischen Streitkräfte lieferten sich auf der ganzen Welt Gefechte mit den kolossalen Titanen. Zwar waren die Elementargeister viel mächtiger, als Sterbliche es sich ausmalen können, dennoch vermochten ihre vereinten Streitkräfte die mächtigen Titanen nicht aufzuhalten. Einer nach dem anderen fielen die Fürsten der Elementargeister und ihre Kriegsmacht löste sich auf. Das Pantheon zerschmetterte die Zitadellen der Alten Götter und kettete die vier bösen Gottheiten tief unter der Oberfläche der Welt an. Da die Macht der Alten Götter die Elementargeister nicht mehr in der materiellen Welt verankerte, wurden sie auf eine abgrundtiefe Ebene verbannt, wo sie in alle Ewigkeit unter sich bleiben sollten. Nach dem Verschwinden der Elementargeister beruhigte sich die Natur und eine Zeit der friedlichen Harmonie brach an. Als die Titanen sahen, dass die Gefahr gebannt war, machten sie sich an die Arbeit.

Die Titanen gaben einer Anzahl von Völkern die Fähigkeit, ihnen bei der Neugestaltung der Welt zu helfen. Damit die unauslotbaren Höhlen unter der Erde gegraben werden konnten, erschufen die Titanen die zwergenähnlichen Irdenen aus magischem, lebendem Stein. Um Meere auszuheben und Land vom Meeresboden aufsteigen zu lassen, schufen die Titanen die gigantischen, aber sanftmütigen Meeresriesen. Viele Äonen lang bewegten und formten die Titanen die Erde, bis zuletzt ein einziger perfekter Kontinent übrig blieb. Im Zentrum dieses Kontinents schufen die Titanen einen See flimmernder Energien. Der See, den sie Brunnen der Ewigkeit nannten, sollte der Quell des Lebens dieser Welt sein. Seine kraftvollen Energien sollten die Gebeine der Welt nähren und dem Leben ermöglichen, im fruchtbaren Boden des Landes Wurzeln zu schlagen. Mit der Zeit gediehen Pflanzen, Bäume, Monster und Kreaturen jedweder Art auf dem urzeitlichen Kontinent. Als die Dämmerung am letzten Tage ihrer Arbeit anbrach, nannten die Titanen den Kontinent Kalimdor: "Land des ewigen Sternenlichts".
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:21

Die Weisung der Drachenschwärme
Damit zufrieden, dass Ordnung auf die kleine Welt gebracht worden und ihre Arbeit getan war, bereiteten sich die Titanen darauf vor, Azeroth zu verlassen. Vor ihrem Aufbruch jedoch wiesen sie noch der größten Spezies dieser Welt die Aufgabe zu, Kalimdor zu behüten, sollte je etwas den perfekten Frieden bedrohen. In jenem Zeitalter existierten viele Drachenschwärme. Fünf Drachenschwärme gab es, die Macht über ihre Brüder ausübten. So beschlossen die Titanen, die aufblühende Welt in die Obhut dieser fünf Schwärme zu geben. Die größten Mitglieder des Pantheons erfüllten jeden Anführer eines Schwarms mit einem Teil ihrer Macht. Diese majestätischen Großdrachen (nachfolgend aufgeführt) wurden unter der Bezeichnung Große Aspekte oder Großdrachenaspekte bekannt.
  • Aman'Thul, der Hochvater des Pantheons, spendete einen Teil seiner kosmischen Macht dem gewaltigen Bronzegroßdrachen Nozdormu. Der Hochvater ermächtigte Nozdormu, die Zeit selbst zu hüten und die sich ewig kreuzenden Pfade von Vorbestimmung und Schicksal zu bewachen. Der stoische, ehrbare Nozdormu bekam den Beinamen der Zeitlose.

  • Eonar, die Schützerin allen Lebens bei den Titanen, gab einen Teil ihrer Macht dem roten Leviathan Alexstrasza. Fortan wurde Alexstrasza Lebensbinderin genannt und sie beschützte unermüdlich alle lebendigen Geschöpfe auf der Welt. Wegen ihrer großen Weisheit und grenzenlosen Liebe zu allen Lebewesen krönte man Alexstrasza zur Drachenkönigin und machte sie zur Herrscherin ihrer Art.

  • Eonar segnete auch Alexstraszas jüngere Schwester, den wendigen grünen Großdrachen Ysera, mit einem Teil des Einflusses der Natur. Ysera versank, an den Wachtraum der Schöpfung gebunden, in eine ewige Trance. Unter dem Namen „die Träumerin“ behütete sie aus ihrem tiefgrünen Reich, dem Smaragdgrünen Traum, die wachsenden Wildgebiete der Welt.

  • Norgannon, der Bewahrer der Lehre und Meistermagicus der Titanen, gewährte Malygos, dem blauen Großdrachen, einen Teil seiner unglaublichen Macht. Fortan hieß Malygos Zauberwirker, Wächter der Magie und des verborgenen Arkanums.

  • Khaz'goroth, der Former und Weltenschmied der Titanen, gab einen Teil seiner riesigen Macht dem mächtigen schwarzen Wyrm Neltharion. Der großherzige Neltharion, fortan als Erdwärter bekannt, erhielt die Herrschaft über die Erde und die tiefen Regionen der Welt. Er verkörperte die Kraft der Welt und fungierte als größter Unterstützer von Alexstrasza.
Solchermaßen ermächtigt erhielten die Fünf Aspekte die Aufgabe, die Welt in Abwesenheit der Titanen zu schützen. Nachdem die Großdrachen bereit waren, ihre Schöpfung zu verteidigen, verließen die Titanen Azeroth für immer. Zu ihrem Unglück dauerte es nicht lange, bis Sargeras von der Existenz der neugeborenen Welt erfuhr...
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:21

Die Zwillingsimperien
Vor rund 16.000 Jahren (lange bevor die Nachtelfen törichterweise den Zorn der Brennenden Legion beschworen) herrschten die Trolle über den größten Teil von Kalimdor (das damals noch ein einziger Kontinent war). Es gab zwei Trollreiche, das Reich der Gurubashi im südöstlichen Dschungel und das Reich Amani in den zentralen Wäldern. Es gab kleinere Stämme, die weit im Norden lebten (in der Region, die wir als Nordend kennen). Die Stämme gründeten eine kleine Nation, die Gundrak hieß, aber nie Größe oder Wohlstand der südlichen Reiche erlangte. Die Reiche Gurubashi und Amani hegten keine Sympathien füreinander, führten aber selten Krieg. Zu jener Zeit war ein drittes Reich ihr größter gemeinsamer Feind - die Zivilisation Azj'Aqir. Die Aqir waren intelligente Insektoiden, die die Länder weit im Westen beherrschten. Diese intelligenten Insektoiden waren enorm expansionistisch und unglaublich böse. Zwanghaft wollten die Aqir alles Leben, ausgenommen Insekten, von den Feldern Kalimdors tilgen. Die Trolle kämpften viele tausend Jahre gegen sie, konnten aber nie einen echten Sieg über die Aqir erringen. Schließlich zerbrach das Königreich der Aqir dank der Hartnäckigkeit der Trolle in zwei Teile, denn seine Bewohner flohen und gründeten separate Kolonien weit im Norden und Süden des Kontinents.

Zwei Aqir-Stadtstaaten entstanden - Azjol-Nerub in der nördlichen Wüste und Ahn'Qiraj in der südlichen Wüste. Die Trolle vermuteten zwar weitere Aqir-Kolonien unter Kalimdor, konnten ihre Existenz aber nie beweisen. Nachdem die Insektoiden in die Verbannung getrieben waren, normalisierte sich das Leben in den beiden Trollreichen wieder. Ihrem bedeutenden Sieg zum Trotz wuchs ihre Zivilisation nicht nennenswert über die ursprünglichen Grenzen hinaus. Aber in alten Schriften ist von einer Splittergruppe von Trollen die Rede, die sich vom Reich Amani abspalteten und ihre eigene Kolonie im Herzen des dunklen Kontinents gründeten. Dort entdeckten diese tapferen Pioniere den kosmischen Brunnen der Ewigkeit, der sie in Wesen mit ungeheurer Macht verwandelte. Einige Legenden deuten an, dass diese abenteuerlustigen Trolle die ersten Nachtelfen gewesen sein könnten, doch wurde dafür nie ein Beweis gefunden.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:22

Die erwachende Welt und der Brunnen der Ewigkeit
Zehntausend Jahre bevor die Menschen und die Orcs ihren Ersten Krieg führten, gab es auf dem Planeten Azeroth nur einen einzigen, von einem Meer umgebenen Kontinent. Diese Landmasse mit dem Namen Kalimdor, war die Heimat einer ganzen Anzahl unterschiedlicher Völker und Kreaturen – die alle versuchten, sich gegen die wilden Elemente der erwachenden Welt zu behaupten. Im Herzen des dunklen Kontinents lag ein geheimnisvoller See glühender Energien. Der See, der später die Bezeichnung Brunnen der Ewigkeit tragen sollte, war das wahre Herz der magischen und natürlichen Macht dieser Welt. Der Brunnen bezog seine Energien aus dem unendlichen Großen Dunkel jenseits der Welt und diente als mystischer Quell – er sandte seine starken Energien über die ganze Welt aus und nährte so das Leben in all seinen wundersamen Gestalten. Im Laufe der Zeit bahnte sich ein primitiver Stamm nachtaktiver Humanoider vorsichtig einen Weg zum Ufer dieses hypnotischen verzauberten Sees. Die wilden nomadischen Humanoiden wurden von den seltsamen Energien des Brunnens angezogen und errichteten primitive Behausungen an seinen friedlichen Ufern. Mit der Zeit beeinflussten die kosmischen Energien des Brunnens den Stamm und machten ihn stark, weise und so gut wie unsterblich. Der Stamm gab sich selbst den Namen Kaldorei, was in seiner Sprache so viel wie „Kinder der Sterne“ bedeutete. Um ihre aufstrebende Gesellschaft zu feiern, errichteten sie gewaltige Bauwerke und Tempel um den See herum.

Die Kaldorei oder Nachtelfen, wie sie später genannt werden sollten, beteten die Mondgöttin Elune an und glaubten, dass sie tagsüber in den schimmernden Tiefen des Brunnens schliefe. Die frühen Priester und Seher der Nachtelfen studierten den Brunnen mit unstillbarer Neugier, von dem Wunsch getrieben, seine Geheimnisse und Kräfte zu enträtseln. Als ihre Gemeinschaft wuchs, erforschten die Nachtelfen ganz Kalimdor und begegneten seinen zahllosen Lebensformen. Die einzigen Kreaturen, die sie beeindruckten, waren die uralten und mächtigen Großdrachen. Die riesigen, schlangengleichen Bestien lebten zwar häufig sehr zurückgezogen, trugen aber viel dazu bei, das bekannte Land vor potenziellen Gefahren zu beschützen. Die Nachtelfen fanden heraus, dass die Drachen sich selbst als Beschützer der Welt betrachteten – und waren sich einig, dass man sie und ihre Geheimnisse am besten in Ruhe ließ. Mit der Zeit führte die Neugier der Nachtelfen dazu, dass sie sich mit einer Reihe mächtiger Wesenheiten anfreundeten – nicht zuletzt mit Cenarius, einem Halbgott aus den unberührten Urwaldgebieten. Der großherzige Cenarius fand Gefallen am Forscherdrang der Nachtelfen und lehrte sie vieles über die natürliche Welt. Die abgeklärten Kaldorei entwickelten eine starke Verbundenheit mit den lebenden Wäldern von Kalimdor und lebten in einem harmonischen Gleichgewicht mit der Natur. Doch im Laufe scheinbar endloser Zeitalter expandierte die Zivilisation der Nachtelfen territorial und kulturell. Ihre Tempel, Straßen und Wohnorte erstreckten sich über den gesamten dunklen Kontinent. Azshara, die begabte und wunderschöne Königin der Nachtelfen, erbaute einen riesigen, Ehrfurcht gebietenden Palast am Ufer des Sees, in dessen juwelengeschmückten Sälen ihre bevorzugten Bediensteten lebten. Diese Untertanen, die sie Quel'dorei oder „Hochgeborene“ nannte, lasen ihr jeden Wunsch von den Augen ab und hielten sich für etwas Besseres als den Rest ihrer Brüder. Doch obwohl Königin Azshara im Volk allseits beliebt war, beneideten und verachteten die übrigen Nachtelfen die Hochgeborenen insgeheim.

Da sie die Neugier der Priesterschaft hinsichtlich des Brunnens der Ewigkeit teilte, wies Azshara die Hochgeborenen an, seinen Geheimnissen buchstäblich auf den Grund zu gehen und seinen Zweck in dieser Welt zu enthüllen. Die Hochgeborenen machten sich an die Arbeit und studierten den Brunnen ohne Unterlass. Mit der Zeit entwickelten sie die Fähigkeit, die kosmischen Energien des Brunnens zu manipulieren und zu kontrollieren. Mit jedem neuen Experiment entdeckten die Hochgeborenen, dass sie ihre neu erlangte Macht nutzen konnten, um ganz nach Gutdünken zu erschaffen oder zu zerstören. Die unachtsamen Hochgeborenen waren auf eine primitive Magie gestoßen und fest entschlossen, es darin zur Meisterschaft zu bringen. Obschon sich alle darin einig waren, wie gefährlich Magie sein konnte, wenn man verantwortungslosen Umgang damit pflegte, praktizierten Azshara und ihre Hochgeborenen ihre Zauberei immer tollkühner. Cenarius und viele weise Gelehrte der Nachtelfen mahnten unablässig, dass es nur zur Katastrophe führen konnte, wenn man mit den so offensichtlich unberechenbaren Künsten der Magie herumspielte. Dennoch erforschten Azshara und ihre Anhänger ihre aufblühenden Fähigkeiten unbekümmert weiter. Je größer ihre Macht wurde, desto deutlicher wurden Veränderungen an Azshara und den Hochgeborenen. Die hochmütige und selbstverliebte Oberschicht verhielt sich zunehmend geringschätziger und grausamer zu den anderen Nachtelfen. Ein finsterer, düsterer Schleier umwölkte Azsharas einst atemberaubende Schönheit. Sie zog sich von ihren Untertanen zurück und pflegte nur noch Umgang mit den Priestern der Hochgeborenen, die ihr Vertrauen besaßen. Ein junger, mutiger Gelehrter namens Malfurion Sturmgrimm, der ausgiebig die primitive Kunst des Druidentums studiert hatte, kam zu der Überzeugung, dass eine schreckliche Macht die Hochgeborenen und seine geliebte Königin verdarb. Er konnte das Ausmaß des Bösen zwar nicht ahnen, das über sie kommen sollte, spürte aber, dass das Leben der Nachtelfen bald nie mehr so sein würde wie früher...
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:23

Der Krieg der Ahnen
Die unbekümmerte Anwendung der Magie seitens der Hochgeborenen sandte Schockwellen vom Brunnen der Ewigkeit aus durch das große dunkle Jenseits. Die herausströmenden Energiewellen wurden von schrecklichen fremden Wesen gespürt. Sargeras - der Großfeind allen Lebens, Zerstörer der Welten - fühlte die mächtigen Wellen und wurde zu ihrem fernen Ursprung hingezogen. Als er die urzeitliche Welt Azeroth erkundete und die grenzenlose Energie des Brunnens der Ewigkeit spürte, wurde er von einem unstillbaren Hunger erfüllt. Der große, dunkle Gott der Namenlosen Leere beschloss, die aufstrebende Welt zu zerstören und ihre Energien für sich zu beanspruchen.

Sargeras sammelte seine gewaltige Brennende Legion und machte sich zur ahnungslosen Welt Azeroth auf. Die Legion bestand aus einer Million kreischender Dämonen, samt und sonders aus den entlegensten Winkeln des Universums gerissen, und die Dämonen gierten nach Eroberungen. Sargeras' Offiziere, Archimonde der Entweiher und Mannoroth der Zerstörer, bereiteten ihre höllischen Diener auf den entscheidenden Schlag vor. Königin Azshara erlag in der schrecklichen Ekstase ihrer Magie der unentrinnbaren Macht von Sargeras und willigte ein, ihm Zutritt zu ihrer Welt zu gewähren. Sogar ihre hochgeborenen Bediensteten ergaben sich der unausweichlichen Verderbnis der Magie und beteten Sargeras als ihren Gott an. Um ihre Verbundenheit mit der Legion zu beweisen, unterstützten die Hochgeborenen ihre Königin dabei, ein weites, wirbelndes Portal in den Tiefen des Brunnens der Ewigkeit zu öffnen. Kaum waren alle Vorbereitungen abgeschlossen, begann Sargeras mit seiner katastrophalen Invasion von Azeroth. Die Kriegerdämonen der Brennenden Legion stürmten durch den Brunnen der Ewigkeit in die Welt und belagerten die schlafenden Städte der Nachtelfen. Unter der Führung von Archimonde und Mannoroth schwärmte die Legion über ganz Kalimdor aus und ließ nur Asche und Elend hinter sich zurück. Die Dämonen-Hexenmeister riefen die sengenden Höllenbestien herbei, die wie Meteore in die anmutigen Türme der Tempel Kalimdors krachten. Eine Bande brennender, blutrünstiger Mörder, Verdammniswache genannt, marschierte über Kalimdors Felder und schlachtete alles ab, was sich ihr in den Weg stellte. Meuten wilder, dämonischer Teufelshunde zogen ungehindert durch das Land. Die tapferen Krieger der Kaldorei griffen zwar zu den Waffen, um ihre alte Heimat zu verteidigen, mussten aber Zoll für Zoll vor dem Ansturm der Legion zurückweichen.
Malfurion Sturmgrimm blieb es überlassen, Hilfe für sein bedrängtes Volk zu finden. Sturmgrimm, dessen Bruder Illidan selbst die Magie der Hochgeborenen praktizierte, war erbost über die zunehmende Verderbtheit der Oberschicht. Malfurion brachte Illidan dazu, von seiner gefährlichen Besessenheit abzulassen, und machte sich auf die Suche nach Cenarius, um Widerstandskämpfer um sich zu scharen. Die wunderschöne junge Priesterin Tyrande willigte ein, die Brüder im Namen von Elune zu begleiten. Insgeheim waren Malfurion und Illidan beide in die idealistische Priesterin verliebt, doch Tyrandes Herz gehörte allein Malfurion. Illidan missfiel die zarte Romanze zwischen seinem Bruder und Tyrande, doch er wusste, sein Herzeleid war nichts im Vergleich zu den Schmerzen seiner Sucht nach Magie. Illidan, der von den stärkenden Energien der Magie abhängig geworden war, unternahm jede Anstrengung, den fast überwältigenden Wunsch nach neuerlicher Nutzung der Energien des Brunnens in sich zu unterdrücken. Mit Hilfe von Tyrandes geduldiger Unterstützung konnte er sich beherrschen und seinem Bruder helfen, den einsiedlerischen Halbgott Cenarius zu finden. Cenarius, der auf der hochheiligen Mondlichtung auf dem fernen Hyjal lebte, stimmte zu, den Nachtelfen zu helfen, indem er die alten Großdrachen suchte und ihre Hilfe erbat. Die Großdrachen, die von dem großen roten Leviathan Alexstrasza angeführt wurden, willigten ein, ihre mächtigen Klans zu schicken und sich den Dämonen und deren infernalischen Meistern entgegenzustellen. Cenarius rief die Geister der verzauberten Wälder herbei, stellte eine Armee von alten Baummännern zusammen und führte sie als seine Infanterie in einen verwegenen Kampf gegen die Legion. Als die Verbündeten der Nachtelfen auf Azsharas Tempel und den Brunnen der Ewigkeit marschierten, brach allumfassender Krieg aus. Trotz der Stärke der neuen Verbündeten wurde Malfurion und seinen Mitstreitern klar, dass die Legion nicht allein durch Kampfkraft besiegt werden konnte. Während der titanische Kampf in Azsharas Hauptstadt tobte, wartete die getäuschte Königin nervös auf die Ankunft von Sargeras. Der Lord der Legion bereitete sich darauf vor, die verwüstete Welt durch den Brunnen der Ewigkeit zu betreten. Als sich sein unvorstellbar riesiger Schatten der brodelnden Oberfläche des Brunnens näherte, rief Azshara ihre mächtigsten Anhänger unter den Hochgeborenen zu sich. Nur wenn sie ihre vereinte Magie zu einem einzigen Zauber bündelten, konnten sie ein Portal erschaffen, das groß genug für Sargeras sein würde.

Während der Kampf auf Kalimdors brennenden Feldern wütete, nahmen die Ereignisse eine schreckliche Wendung. Einzelheiten des Vorfalls gingen im Lauf der Zeit verloren, aber man weiß, dass Neltharion, der Großdrachenaspekt der Erde, während eines entscheidenden Gefechts gegen die Brennende Legion den Verstand verlor. Flammen und Wut loderten aus seiner dunklen Haut empor. Der brennende Großdrache gab sich selbst den Namen Todesschwinge, wandte sich gegen seine Brüder und vertrieb die restlichen Drachenschwärme vom Schlachtfeld. Todesschwinges unerwarteter Verrat erwies sich als so verheerend, dass sich die fünf Drachenschwärme nie mehr davon erholten. Alexstrasza und die anderen verwundeten und bestürzten edlen Großdrachen mussten ihre sterblichen Verbündeten im Stich lassen. Malfurion und seine Gefährten überlebten den folgenden Ansturm der hoffnungslos überlegenen Gegner nur mit Mühe und Not. Malfurion war überzeugt, dass der Brunnen der Ewigkeit die einzige Verbindung der Dämonen mit der materiellen Welt darstellte, und plädierte für seine Zerstörung. Dieser unerwartete Vorschlag entsetzte seine Gefährten, die wussten, dass der Brunnen die Quelle ihrer Unsterblichkeit und Macht war. Tyrande indessen sah ein, wie weise Malfurions Theorie war, und brachte Cenarius und seine Gefährten dazu, Azsharas Tempel zu stürmen, um eine Möglichkeit zu finden, den Brunnen zu verschließen.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:23

Die Spaltung der Welt
Illidan wusste genau, würde der Brunnen zerstört werden, so könnte er nie wieder Magie wirken, daher setzte er sich, egoistisch wie er war, von der Gruppe ab, um die Hochgeborenen über Malfurions Pläne zu informieren. Illidans Sucht und die Kränkung durch die Beziehung seines Bruders zu Tyrande hatten seinen Geist umnachtet, daher verspürte er keine Reue, als er Malfurion verriet und sich auf die Seite von Azshara und ihren Anhängern schlug. Illidan schwor darüber hinaus, die Macht des Brunnens mit allen erforderlichen Mitteln zu schützen.

Nach dem Verschwinden seines Bruders führte Malfurion seine Gefährten mit gebrochenem Herzen in Azsharas Tempel. Doch als sie den Audienzsaal stürmten, fanden sie die Hochgeborenen mitten in ihrer letzten dunklen Beschwörung. Der wilde, gemeinschaftliche Zauber erzeugte einen instabilen Wirbel aus Energie in den turbulenten Tiefen des Brunnens. Während Sargeras’ bedrohlicher Schatten immer näher zur Oberfläche stieg, stürmten Malfurion und seine Verbündeten zum Angriff. Azshara hatte sich Illidans Warnung zu Herzen genommen und war mehr als bereit. Fast alle Gefolgsleute Malfurions fielen der wütenden Macht der Königin zum Opfer. Tyrande versuchte, Azshara von hinten anzugreifen, wurde aber von den hochgeborenen Gardisten der Königin überrascht. Zwar konnte Tyrande die Gardisten abwehren, wurde dabei aber schwer verwundet. Als Malfurion seine Liebste fallen sah, kam eine blindwütige Mordlust über ihn, und er beschloss, Azsharas Leben zu beenden.

Während der Kampf innerhalb und außerhalb des Tempels tobte, kam Illidan aus dem Schatten am Ufer des großen Brunnens. Er holte einen Satz eigens angefertigter Phiolen hervor, kniete nieder und füllte jede einzelne mit dem schimmernden Wasser des Brunnens. In der festen Überzeugung, dass die Dämonen die Zivilisation der Nachtelfen auslöschen würden, wollte er etwas von dem hochheiligen Wasser stehlen und seine Energie ganz für sich allein haben. Bei dem nun ausbrechenden Kampf zwischen Malfurion und Azshara zerbrach die sorgsam gewirkte Magie der Hochgeborenen. Der instabile Wirbel in den Tiefen des Brunnens explodierte und setzte eine katastrophale Kette von Ereignissen in Gang, die die Welt für alle Zeiten zerreißen sollten. Die ungeheure Explosion erschütterte den Tempel bis in die Grundmauern und erzeugte ein gewaltiges Erdbeben. Während der schreckliche Kampf zwischen der Legion und den Verbündeten der Nachtelfen in und über der zerstörten Hauptstadt tobte, wallte der Brunnen der Ewigkeit auf und brach in sich zusammen. Die Folge war eine gigantische Explosion, die die Erde erbeben ließ und den Himmel verdunkelte.

Nach der durch die Implosion des Brunnens erzeugten Schockwelle, die die ganze Welt bis ins Innerste erschütterte, strömte das Meer in die klaffende Wunde der Welt und füllte sie. Fast achtzig Prozent der Landmasse von Kalimdor waren zerstört worden – zurück blieben eine Hand voll separater Kontinente, die von einem neuen, tosenden Meer umgeben waren. In der Mitte des neuen Meeres, wo sich einst der Brunnen der Ewigkeit befunden hatte, herrschte ein tobender Sturm wütender Gezeiten und chaotischer Energien. Der Wirbel der schrecklichen Narbe, die Mahlstrom genannt wurde, sollte nie wieder zum Stillstand kommen. Der Mahlstrom blieb eine ständige Erinnerung an die furchtbare Katastrophe ... und das utopische Zeitalter, das für immer dahin war.

Irgendwie gelang es Königin Azshara und ihrer Elite von Hochgeborenen gegen jede Chance, die Prüfung zu überleben. Azshara und ihre Anhänger versanken, verkrüppelt und gequält von den Mächten, die sie entfesselt hatten, durch die Explosion des Brunnens in den tosenden Fluten des Meeres. Verflucht und verwandelt wurden sie in neuer Gestalt zu den verhassten schlangengleichen Naga. Azshara selbst verwandelte sich, von Hass und Wut aufgedunsen, in eine gewaltige Monstrosität, ein äußeres Zeichen der Bösartigkeit und Gemeinheit, die sie in ihrem tiefsten Inneren stets zerfressen hatten. Auf dem Grunde des Mahlstroms errichteten sich die Naga die neue Stadt Nazjatar, wo sie ihre Macht wieder auszubauen gedachten. Zehntausend Jahre sollten vergehen, bis die Naga die Welt oben von ihrer Existenz wissen ließen.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:24

Der Berg Hyjal und Illidans Geschenk
Die wenigen Nachtelfen, die die entsetzliche Explosion überlebt hatten, drängten sich auf behelfsmäßigen Flößen zusammen und ruderten langsam der einzig sichtbaren Landmasse entgegen. Irgendwie überlebten Malfurion, Tyrande und Cenarius dank der Gnade Elunes die große Teilung. Die erschöpften Helden waren sich einig, dass sie die Überlebenden führen und ihrem Volk eine neue Heimat suchen mussten. Im Laufe ihrer schweigsamen Fahrt betrachteten sie die Trümmer ihrer Welt und gelangten zu der Einsicht, dass ihr Ehrgeiz für die Verwüstungen ringsum verantwortlich war. Sargeras und seine Legion waren zwar durch die Zerstörung des Brunnens aus der Welt verschwunden, doch Malfurion und seine Kameraden quälte der Gedanke, welch schrecklichen Preis der Sieg gekostet hatte.

Es gab viele Hochgeborene, die die Katastrophe unbeschadet überstanden. Sie stießen zusammen mit den anderen Nachtelfen zur Küste des neuen Landes vor. Malfurion misstraute zwar ihren Motiven, war aber überzeugt, dass sie keinen Unfug mehr mit den Energien des Brunnens anstellen konnten. Als die erschöpften Nachtelfen an der Küste des neuen Kontinents landeten, stellten sie fest, dass der heilige Berg Hyjal die Katastrophe überlebt hatte. In dem Trachten, sich eine neue Heimat zu schaffen, erklommen Malfurion und die Nachtelfen die Hänge des Hyjal und gelangten auf den windumtosten Gipfel. Als sie in das bewaldete Tal zwischen den hohen Berggipfeln hinabstiegen, fanden sie einen kleinen, friedlichen See. Doch zu ihrem Entsetzen mussten sie feststellen, dass das Wasser dieses Sees durch Magie verdorben war.

Illidan, der die Teilung ebenfalls überlebt hatte, hatte den Gipfel des Hyjal lange vor Malfurion und den Nachtelfen erreicht. In seinem wahnsinnigen Begehren, die Ströme der Magie in der Welt zu erhalten, hatte Illidan die Phiolen mit dem kostbaren Wasser des Brunnens der Ewigkeit in den Bergsee geschüttet. Die kraftvollen Energien zündeten umgehend und verschmolzen zu einem neuen Brunnen der Ewigkeit. Der begeisterte Illidan war überzeugt, dass der neue Brunnen ein Geschenk für künftige Generationen darstellte, und konnte nicht fassen, als der wütende Malfurion ihn jagte. Malfurion erklärte seinem Bruder, dass Magie an sich chaotisch sei und unweigerlich zu Verderbnis und Unfrieden führen musste. Dennoch wollte Illidan seinen magischen Kräften nicht abschwören.

Malfurion wusste genau, wohin Illidans ruchlose Ränke führen würden, und beschloss, seinen machtgierigen Bruder ein für alle Male festzusetzen. Mit Hilfe von Cenarius sperrte Malfurion Illidan in eine große Kammer in einem Grabhügel, wo er bis ans Ende der Zeit angekettet und machtlos bleiben sollte. Malfurion wollte ganz sichergehen, dass sein Bruder in Gefangenschaft blieb, und ernannte die junge Aufseherin Maiev Schattensang zu Illidans persönlicher Kerkermeisterin. Die Nachtelfen befürchteten, die Zerstörung des neuen Brunnens könnte eine noch größere Katastrophe auslösen, daher beschlossen sie, ihn in Ruhe zu lassen. Malfurion verkündete jedoch, dass nie wieder Magie praktiziert werden sollte. Unter den Augen des wachsamen Cenarius begannen die Nachtelfen das Studium der alten Druidenkünste, mit denen sie die verwüstete Erde heilen und ihre geliebten Wälder am Fuße des Berges Hyjal wieder aufforsten konnten.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:25

Der Weltbaum und der Smaragdgrüne Traum
Viele Jahre arbeiteten die Nachtelfen unermüdlich daran, ihre alte Heimat so gut es ging wieder aufzubauen. Der Wald wuchs über den Ruinen der Tempel und Straßen, während sie neue Gebäude zwischen den tiefgrünen Bäumen und schattigen Hügeln am Fuße des Hyjal errichteten. Mit der Zeit kamen dann auch die Großdrachen, die die große Teilung überlebt hatten, aus ihren geheimen Verstecken.

Alexstrasza die Rote, Ysera die Grüne und Nozdormu der Bronzene schwebten über den friedlichen Tälern der Druiden und betrachteten die Früchte der Arbeit der Nachtelfen. Malfurion, der zu einem Erzdruiden mit großer Macht geworden war, begrüßte die mächtigen Großdrachen und erzählte ihnen von der Erschaffung des neuen Brunnens der Ewigkeit. Die großen Drachen reagierten beunruhigt auf diese Neuigkeit und mutmaßten, dass die Legion eines Tages wiederkehren und die Welt abermals angreifen könnte, solange dieser Brunnen existierte. Malfurion und die drei Großdrachen schlossen einen Pakt, den Brunnen zu schützen und sicherzustellen, dass die Lakaien der Brennenden Legion nie wieder einen Weg in diese Welt finden sollten.

Alexstrasza die Lebensbinderin legte eine einzelne verzauberte Eichel im Herzen des Brunnens der Ewigkeit ab. Die durch die zauberkräftigen magischen Wasser aktivierte Eichel keimte und wuchs zu einem riesigen Baum heran. Die Wurzeln des gewaltigen Baumes wuchsen aus dem Wasser des Brunnens und seine tiefgrüne Krone schien das Dach des Himmels selbst zu berühren. Der imposante Baum sollte ein ewiges Symbol der Verbundenheit der Nachtelfen mit der Natur sein und seine Leben spendenden Energien sollten mit der Zeit auch den Rest der Welt heilen. Die Nachtelfen gaben ihrem Weltbaum den Namen Nordrassil, was in ihrer Sprache so viel wie „Krone des Himmels“ bedeutete.

Nozdormu der Zeitlose belegte den Weltbaum mit einem Zauber, der gewährleistete, dass kein Nachtelf Opfer von Krankheiten werden konnte, solange der kolossale Baum stand.

Ysera die Träumerin verzauberte den Weltbaum ebenfalls, indem sie ihn mit ihrem Reich verband, der Astraldimension, die Smaragdgrüner Traum genannt wurde. Der Smaragdgrüne Traum, eine in ewiger Veränderung begriffene Geisterwelt, existierte außerhalb der Grenzen der materiellen Welt. Aus dem Traum heraus regelte Ysera das Auf und Ab der Natur und den evolutionären Weg der Welt. Die Druiden der Nachtelfen, Malfurion eingeschlossen, waren durch den Weltbaum mit dem Traum verbunden. Als Teil ihres mystischen Pakts willigten die Druiden ein, Jahrhunderte am Stück zu schlafen, damit ihre Seelen auf den unendlichen Traumpfaden von Yseras Reich wandeln konnten. Es bekümmerte die Druiden zwar, so viele Jahre ihres Lebens für den Großen Schlaf zu opfern, aber sie hielten sich selbstlos an ihren Teil der Abmachung mit Ysera.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:25

Die Verbannung der Hochelfen
Im Lauf der Jahrhunderte erlebte die Gesellschaft der Nachtelfen eine Blüte und expandierte über den gesamten neuen Wald, den sie Eschental nannten. Viele der Geschöpfe, die es vor der großen Teilung im Übermaß gegeben hatte, wie zum Beispiel Furbolgs und Stacheleber, tauchten wieder auf und breiteten sich im Land aus. Unter der gütigen Führerschaft der Druiden genossen die Nachtelfen eine Ära des beispiellosen Friedens und der Ruhe unter den Sternen.

Doch viele der ursprünglichen Hochgeborenen wurden unruhig. Genau wie Illidan vor ihnen, verspürten sie Entzugserscheinungen nach dem Verlust ihrer geliebten Magie. Sie waren versucht, die Energien des Brunnens der Ewigkeit anzuzapfen und ihren magischen Ritualen nachzugehen. Dath'Remar, der dreiste Anführer der Hochgeborenen, verspottete die Druiden in aller Öffentlichkeit und nannte sie Feiglinge, weil sie die Magie nicht nutzten, die ihnen rechtmäßig zustünde. Malfurion und die Druiden ließen Dath'Remars Argumente unbeachtet und warnten die Hochgeborenen, dass jegliche Anwendung von Magie mit der Todesstrafe geahndet werden würde. In ihrer Unbelehrbarkeit riskierten Dath'Remar und seine Anhänger einen vergeblichen Versuch, die Druiden zur Rücknahme ihres Gesetzes zu veranlassen, und entfesselten einen schrecklichen magischen Sturm über Eschental.

Die Druiden brachten es jedoch nicht fertig, so viele ihrer Art zu töten, daher beschlossen sie, die unverbesserlichen Hochgeborenen aus ihrem Land zu verbannen. Dath'Remar und seine Anhänger waren froh, dass sie ihren konservativen Vettern den Rücken kehren konnten, gingen an Bord einiger eigens angefertigter Schiffe und stachen in See. Keiner von ihnen wusste, was sie jenseits der Gewässer des tosenden Mahlstroms erwarten würde, doch sie brannten darauf, eine neue Heimat zu finden, wo sie ihre geliebte Magie ungehindert ausüben konnten. Die Hochgeborenen oder „Quel'dorei“, wie Azshara sie früher einst genannt hatte, landeten schließlich an der Küste des östlichen Landes, das die Menschen Lordaeron nennen sollten. Sie hatten vor, ein eigenes magisches Königreich zu gründen, Quel'Thalas, und der nächtlichen Lebensweise und Mondanbetung der Nachtelfen abzuschwören. Von nun an wollten sie sich der Sonne zuwenden und nur noch „Hochelfen“ genannt werden.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 17:26

Die Schildwachen und die lange Wacht
Nach der Abreise ihrer abtrünnigen Vettern konzentrierten sich die Nachtelfen wieder darauf, ihre verzauberte Heimat zu sichern. Die Druiden spürten, dass abermals die Zeit des Großen Schlafes heranrückte, und bereiteten sich darauf vor, zu schlafen und ihre Liebsten und Familien zurückzulassen. Tyrande, die zur Hohepriesterin der Elune geworden war, flehte ihren geliebten Malfurion an, sie nicht wegen Yseras Smaragdgrünem Traum zu verlassen. Doch Malfurion war durch seine Ehre gebunden, den unsteten Traumpfaden zu folgen, verabschiedete sich von der Priesterin und schwor, dass sie nie getrennt sein würden, solange sie ihre Liebe hatten. Tyrande blieb es nun allein überlassen, Kalimdor vor den Gefahren der neuen Welt zu schützen. Zu diesem Zweck versammelte sie eine kampfstarke Truppe aus dem Kreis ihrer Nachtelfen-Schwestern um sich. Die furchtlosen, bestens ausgebildeten Kriegerinnen, die sich der Verteidigung Kalimdors verschrieben hatten, wurden Schildwachen genannt. Zwar zogen sie es vor, allein durch die schattigen Wälder von Eschental zu streifen, schufen sich aber viele Verbündete, auf die sie sich in Notzeiten verlassen konnten.

Der Halbgott Cenarius blieb in der Nähe der Mondlichtung am Berg Hyjal. Seine Söhne, die Bewahrer des Hains genannt wurden, behüteten die Nachtelfen und halfen den Schildwachen regelmäßig dabei, den Frieden im Land zu wahren. Selbst die scheuen Töchter des Cenarius, die Dryaden, ließen sich immer häufiger sehen. Die Aufgabe, über Eschental zu wachen, beschäftigte Tyrande ohne Unterlass, doch ohne Malfurion an ihrer Seite war sie einsam und freudlos. Im Lauf der vielen Jahrhunderte, in denen die Druiden schliefen, wuchs ihre Angst vor einer zweiten Invasion der Dämonen ins Unermessliche. Sie konnte das beunruhigende Gefühl nicht abschütteln, dass die Brennende Legion noch da draußen sein könnte, jenseits des Großen Dunkels der Firmamente, um Rachepläne gegen die Nachtelfen und die Welt Azeroth zu schmieden.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:22



Zuletzt von Quithas am Mo 22 Apr 2013 - 20:13 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:24

Die Gründung von Quel’Thalas
Die von Dath'Remar angeführten Nachtelfen verließen Kalimdor und forderten die Stürme des Mahlstroms heraus. Viele, viele Jahre zogen ihre Flotten durch die Trümmer der Welt und entdeckten Geheimnisse und verlorene Königreiche. Dath'Remar, der den Namen Sonnenwanderer (oder „der bei Tage wandelt“) angenommen hatte, suchte Orte mit erheblicher Ley-Energie als neue Heimat für sein Volk. Schließlich landete seine Flotte an der Küste des Königreichs, das die Menschen später Lordaeron nennen sollten. Die Hochelfen zogen landeinwärts und fanden eine Siedlung im ruhigen Tirisfal. Einige Jahre später verloren viele von ihnen nach und nach den Verstand. Man stellte die Theorie auf, dass etwas Böses unter diesem speziellen Teil der Welt hauste, doch konnte nie jemand den Wahrheitsgehalt dieser Gerüchte beweisen. Die Hochelfen gaben ihr Lager auf und zogen weiter nordwärts in ein anderes Land mit starker Ley-Energie.

Als die Hochelfen das zerklüftete Bergland von Lordaeron durchquerten, wurde ihre Reise immer gefahrvoller. Da sie von den Leben spendenden Energien des Brunnens der Ewigkeit abgeschnitten waren, erkrankten viele in dem kalten Klima oder verhungerten. Die gravierendste Veränderung war jedoch, dass sie ihre Unsterblichkeit und auch ihre Immunität gegen die Elemente verloren. Ihre Größe nahm ein wenig ab und ihre Haut verlor den charakteristischen violetten Farbton. Und trotz aller Härten begegneten sie vielen wundersamen Kreaturen, die man nie zuvor in Kalimdor gesehen hatte. Darüber hinaus stießen sie auf Stämme primitiver Menschen, die in den alten Wäldern jagten. Die größte Bedrohung freilich, der sie begegneten, waren die gefräßigen und arglistigen Waldtrolle von Zul'Aman. Die moosbewachsenen Trolle konnten verlorene Gliedmaßen regenerieren und schwere Verletzungen heilen, entpuppten sich jedoch als barbarisches, böses Volk. Das Reich Amani erstreckte sich über den größten Teil des nördlichen Lordaeron und die Trolle kämpften verbissen, um unerwünschte Fremde von ihren Grenzen fern zu halten. Die Elfen entwickelten eine tief empfundene Abscheu gegen die tückischen Trolle und töteten sie ohne Gnade, wenn sie ihnen begegneten.

Nach langen Jahren fanden die Hochelfen schließlich ein Land, das Kalimdor gleichkam. Tief in den Wäldern im Norden des Kontinents gründeten sie das Königreich Quel'Thalas und schworen, ein mächtiges Reich aufzubauen, neben dem sich das ihrer Kaldorei-Vettern unbedeutend ausnehmen sollte. Leider fanden sie bald heraus, dass sie Quel'Thalas auf einer alten Trollstadt erbaut hatten, die den Trollen immer noch hochheilig war. Schon nach kurzer Zeit griffen die Trolle die Siedlungen der Elfen in großer Zahl an. Die störrischen Elfen wollten ihr neues Land aber keinesfalls aufgeben und hielten die wilden Trolle mit der Magie des Brunnens der Ewigkeit in Schach. Unter Führung von Dath'Remar konnten sie die Amani-Kriegsmeuten besiegen, die ihnen eins zu zehn überlegen waren. Einige Elfen jedoch gedachten der alten Warnungen der Kaldorei und fürchteten, der Einsatz der Magie könnte die Aufmerksamkeit der Brennenden Legion geweckt haben. Aus diesem Grund beschlossen sie, ihre Länder mit einer schützenden Barriere zu verbergen, hinter der sie aber dennoch an ihren Verzauberungskünsten arbeiten konnten. Sie errichteten eine Reihe monolithischer Runensteine an verschiedenen Stellen rund um Quel'Thalas, die die Grenzen der magischen Barriere kennzeichneten. Die Runensteine schirmten die Magie der Elfen nicht nur gegen außerdimensionale Bedrohungen ab, sondern hielten auch die abergläubischen Kriegsmeuten der Trolle fern.

Im Lauf der Zeit wurde Quel'Thalas zum strahlenden Monument der Anstrengungen und magischen Leistungsfähigkeit der Hochelfen. Die atemberaubenden Paläste wurden im selben architektonischen Stil wie die alten Hallen von Kalimdor errichtet und dennoch harmonisch in die natürliche Beschaffenheit des Landes eingefügt. Quel'Thalas war zu dem funkelnden Edelstein geworden, der den Elfen vorgeschwebt hatte. Die Synode von Silbermond wurde als herrschende Macht über Quel'Thalas gegründet, doch die Sonnenwanderer-Dynastie bewahrte sich ein Quäntchen politische Macht. Die aus sieben der bedeutendsten Hochelfenfürsten bestehende Synode setzte sich für die Sicherheit der Elfenländer und Elfenvölker ein. Die Hochelfen blieben von ihrer schützenden Barriere umgeben, schlugen die alten Warnungen der Kaldorei in den Wind und nutzten ihre Magie weiterhin ausufernd in fast allen Aspekten ihres Lebens. Fast viertausend Jahre lang lebten die Hochelfen friedlich in der Abgeschiedenheit und Sicherheit ihres Königreichs. Doch die rachsüchtigen Trolle gaben nicht so leicht auf. Sie schmiedeten Ränke in den Tiefen ihrer Wälder und warteten darauf, dass die Zahl ihrer Kriegsmeuten wuchs. Schließlich stürmte eine mächtige Trollarmee aus dem Schatten der Wälder und belagerte abermals die leuchtenden Türme von Quel'Thalas.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:25

Arathor und die Trollkriege
Während die Hochelfen unter dem brutalen Ansturm der Trolle ums Überleben kämpften, bemühten sich die versprengten nomadischen Menschen von Lordaeron, ihre eigenen Stammesländer zu konsolidieren. Die Stämme der frühen Menschen überfielen gegenseitig ihre Siedlungen und gaben nichts auf Ehre oder Zusammenhalt des Volkes. Doch ein Stamm, Arathi genannt, erkannte, dass man die zunehmende Gefahr durch die Trolle nicht mehr ignorieren konnte. Die Arathi wollten alle Stämme unter ihrer Herrschaft vereinen, damit sie sich den Kriegsmeuten der Trolle mit einer Einheitsfront entgegenstellen konnten. Im Lauf von sechs Jahren gelang es den Arathi, die rivalisierenden Stämme zu überlisten und zu unterwerfen. Nach jedem Sieg boten die Arathi dem eroberten Volk Frieden und Gleichheit an. Auf diese Weise sicherten sie sich die Loyalität der Besiegten. Schließlich setzten sich die Arathi aus vielen verschiedenen Stämmen zusammen und verfügten über ein riesiges Heer. Da die Kriegsherren der Arathi der festen Überzeugung waren, dass sie gegen die Kriegsmeuten der Trolle und, falls erforderlich, sogar gegen die einsiedlerischen Elfen bestehen konnten, beschlossen sie, in der südlichen Region von Lordaeron eine mächtige befestigte Stadt zu errichten. Dieser Stadtstaat namens Strom wurde zur Hauptstadt von Arathor, der Nation der Arathi. Je mehr Arathors Wohlstand wuchs, desto mehr Menschen reisten über den riesigen Kontinent und suchten Schutz und Sicherheit in Strom.

Die unter einem Banner vereinigten Stämme der Menschen begründeten eine starke, optimistische Kultur. Thoradin, der König von Arathor, wusste wohl, dass die geheimnisvollen Elfen in den Ländern des Nordens unablässig von den Trollen belagert wurden, wollte sein Volk aber keiner Gefahr aussetzen, indem er einsiedlerische Fremde verteidigen half. Viele Monate vergingen, bis Gerüchte über eine angebliche Niederlage der Elfen von Norden eintrafen. Aber erst als erschöpfte Botschafter aus Quel'Thalas in Strom eintrafen, wurde Thoradin klar, wie groß die Gefahr, die von den Trollen ausging, wirklich war. Die Elfen ließen Thoradin wissen, dass die Armeen der Trolle riesig waren und die Trolle ganz gewiss die Südländer angreifen würden, wenn sie Quel'Thalas erst einmal zerstört hatten. Die verzweifelten Elfen, die dringend militärischer Unterstützung bedurften, willigten hastig ein, bestimmte auserwählte Menschen den Umgang mit der Magie zu lehren, falls diese ihnen gegen die Kriegsmeuten beistanden. Thoradin, der jeder Form von Magie misstrauisch gegenüberstand, sagte den Elfen in Ermangelung von Alternativen seine Hilfe zu. Unmittelbar danach trafen Elfen-Zauberhexer in Arathor ein und unterwiesen eine Gruppe Menschen im Gebrauch der Magie.

Die Elfen stellten fest, dass die Menschen im Umgang mit der Magie zwar ungeübt waren, aber eine erstaunliche natürliche Affinität dafür besaßen. Einhundert Menschen wurden in die Grundzüge der magischen Geheimnisse der Elfen eingeführt: nicht mehr, als unbedingt erforderlich waren, um gegen die Trolle zu kämpfen. Als die Elfen überzeugt waren, dass ihre menschlichen Schüler im Kampf nützlich sein konnten, verließen sie Strom und reisten mit den mächtigen Armeen von König Thoradin nach Norden. Die vereinigten Armeen von Elfen und Menschen stießen am Fuß des Alteracgebirges auf die überlegenen Kriegsmeuten der Trolle. Die Schlacht währte viele Tage, aber die unerschütterlichen Armeen von Arathor blieben unermüdlich und wichen keinen Schritt vor dem Ansturm der Trolle zurück. Den Elfenfürsten schien die Zeit reif, die Macht ihrer Magie gegen den Feind zu entfesseln. Hundert Menschenmagier und eine Vielzahl von Zauberhexern der Elfen riefen die Wut des Himmels herab und ließen Feuer auf die Armee der Trolle regnen. Die Elementarfeuer verhinderten, dass die Trolle ihre Verletzungen heilen konnten, und verbrannten ihre geschundenen Leiber von innen heraus.

Dann endlich stoben die Armeen der Trolle auseinander und wollten fliehen, doch Thoradins Soldaten hetzten sie und metzelten sie bis auf den letzten Mann nieder. Von dieser Niederlage erholten sich die Trolle nie mehr; ihre Tage als starke Nation waren endgültig gezählt. In der Gewissheit, dass Quel'Thalas sicher war, schworen die Elfen der Nation Arathor und dem Geschlecht des Königs Thoradin ihre Treue. Menschen und Elfen lebten fortan Jahrhunderte lang in friedlicher Verbundenheit.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:26

Die Wächter von Tirisfal
Nachdem die Trolle aus den Nordländern vertrieben waren, versuchten die Elfen von Quel'Thalas, ihre ruhmreiche Nation wieder aufzubauen. Die siegreichen Armeen von Arathor kehrten in die Südländer Stroms zurück. Die Menschen von Arathor erlebten eine Blütezeit des Wachstums. Doch Thoradin befürchtete, das Reich könnte zerfallen, wenn es sich zu sehr ausdehnte, und achtete darauf, dass Strom stets der Mittelpunkt des Reiches Arathor blieb. Nach vielen Jahren des Reichtums und Wohlstands verstarb der mächtige Thoradin hochbetagt. Nun stand es Arathors jüngerer Generation frei, das Reich über die Grenzen von Strom hinaus auszudehnen.

Die anfänglichen einhundert Magier, die von den Elfen den Umgang mit der Magie gelernt hatten, stärkten ihre Macht und studierten die mystische Disziplin des Zauberwirkens in allen Einzelheiten. Diese Magi waren damals wegen ihres starken Willens und ihrer edlen Gesinnung ausgewählt worden. Sie hatten ihre Magie behutsam und verantwortungsbewusst ausgeübt. Doch dann gaben sie ihre Geheimnisse und Kräfte an eine jüngere Generation weiter, die weder die Härten des Krieges noch die Notwendigkeit von Zurückhaltung kannte. Diese jüngeren Magier praktizierten Magie aus Eigennutz, nicht verantwortungsvoll zum Wohle ihrer Mitbürger. Als das Reich wuchs und neue Länder erobert wurden, zogen auch die jungen Magier in die Südländer. Die Magier setzten ihre mystische Macht ein, beschützten ihre Brüder vor den wilden Tieren des Landes und ermöglichten die Gründung neuer Stadtstaaten in der Wildnis. Doch je größer ihre Macht wurde, desto selbstgefälliger und isolierter vom Rest der Gesellschaft wurden sie.

Der zweite arathorische Stadtstaat Dalaran wurde in den Ländern nördlich von Strom gegründet. Viele angehende Magier ließen die Enge von Strom hinter sich und reisten nach Dalaran, wo sie ihre neuen Kräfte ungehindert einsetzen konnten. Diese Magier errichteten mit ihren Fertigkeiten die verzauberten Türme von Dalaran und gingen begeistert ihren Studien nach. Die Bürger von Dalaran duldeten die Unternehmungen der Magier und ließen unter dem Schutz der Verteidiger und ihrer Magie eine blühende Wirtschaft entstehen. Doch als mehr und mehr Magier ihre Kunst ausübten, wurde die Realität um Dalaran herum dünn und bekam Risse.

Die düsteren Agenten der Brennenden Legion, die verbannt worden waren, als der Brunnen der Ewigkeit zusammenbrach, wurden durch das unbedachte Zauberwirken der Magier von Dalaran in die Welt zurückgeholt. Zwar traten diese vergleichsweise schwachen Dämonen nicht in großer Zahl auf, stifteten aber auf den Straßen von Dalaran nicht wenig Verwirrung und Chaos. Die meisten Begegnungen mit Dämonen blieben vereinzelte Vorfälle und die herrschende Magokratie tat alles, um sie vor der Öffentlichkeit zu vertuschen. Die mächtigsten Magier wurden ausgeschickt, um die flüchtigen Dämonen einzufangen, nicht selten jedoch konnten sie den einsamen Agenten der mächtigen Legion nicht das Wasser reichen. Nach einigen Monaten argwöhnten die abergläubischen Bauern, dass ihre zaubernden Herrscher etwas vor ihnen verheimlichten. Gerüchte über eine Revolution machten in den Straßen von Dalaran die Runde, während die paranoiden Bürger den Motiven und Bräuchen der Magier, die sie einst bewundert hatten, in zunehmendem Maße misstrauten. Die Magokraten fürchteten, dass die Bauern sich erheben und dass Strom gegen sie vorgehen könnte, und wandten sich an die einzige Gruppe, von der sie sich eine Lösung ihres Dilemmas versprachen: die Elfen.

Als die Elfen durch die Magokraten von Dämonenaktivität in Dalaran erfuhren, entsandten sie hastig ihre mächtigsten Hexer in die Länder der Menschen. Die Elfen-Hexer studierten die Energieströme in Dalaran und erstellten detaillierte Berichte über sämtliche Dämonenaktivitäten, derer sie gewahr wurden. Sie kamen zu der Schlussfolgerung, dass zwar nur wenige Dämonen durch die Welt streiften, die Legion selbst jedoch eine ernst zu nehmende Gefahr bleiben würde, solange die Menschen weiterhin mit den Kräften der Magie spielten. Der Rat von Silbermond, der über die Elfen von Quel'Thalas herrschte, schloss einen geheimen Pakt mit den Magokratenfürsten von Dalaran. Die Elfen weihten die Magokraten in die Geschichte des alten Kalimdor und der Brennenden Legion ein, eine Geschichte, die noch immer eine Bedrohung für die Welt darstellte. Sie ließen die Menschen wissen, dass sie ihre Bürger vor den heimtückischen Agenten der Legion beschützen mussten, wenn sie weiterhin Gebrauch von der Magie machen wollten. Die Magokraten schlugen vor, einen einzigen sterblichen Helden zu ermächtigen, der ihre kollektiven Kräfte nutzen und einen immer währenden geheimen Krieg gegen die Legion führen sollte. Es wurde ausdrücklich betont, dass die Mehrzahl der Menschen nie etwas von den Wächtern oder der Gefahr durch die Legion erfahren durfte, damit es nicht aus Angst und Paranoia zu Aufständen kam. Die Elfen willigten in den Vorschlag ein und gründeten einen Geheimbund, der die Auswahl des Wächters überwachen und mit dazu beitragen sollte, dem Erstarken des Chaos in der Welt einen Riegel vorzuschieben.

Der Geheimbund hielt versteckte Treffen in Tirisfal ab, wo die Hochelfen Lordaeron erstmals besiedelt hatten. Sie nannten den Geheimbund die Wächter von Tirisfal. Die sterblichen Helden, die zu Wächtern erkoren wurden, erhielten die unglaublichen Kräfte der Elfen- und der Menschenmagie. Es sollte immer nur jeweils einen Wächter geben, dieser jedoch mit solch enormen Kräften ausgestattet, dass er die Agenten der Legion im Alleingang zurückdrängen konnte, wo immer er ihnen begegnete. So groß war die Macht des Wächters, dass nur der Rat von Tirisfal die Befugnis erhielt, mögliche Nachfolger für das Amt zu wählen. Wann immer ein Wächter zu alt oder des geheimen Krieges gegen das Chaos überdrüssig wurde, wählte der Rat einen neuen Helden und kanalisierte die Wächterenergie unter sorgsam kontrollierten Bedingungen in diesen neuen Agenten. Generation um Generation verteidigten die Wächter die Menschenmassen in den Ländern Arathor und Quel'Thalas gegen die unsichtbare Bedrohung der Brennenden Legion. Arathor blühte auf und gedieh, derweil die Ausübung der Magie im gesamten Reich Verbreitung fand. In der Zwischenzeit hielten die Wächter sorgsam nach Spuren dämonischer Aktivität Ausschau.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:26

Eisenschmiede – das Erwachen der Zwerge
In alten Zeiten, als die Titanen Azeroth verlassen hatten, formten ihre Kinder, die Irdenen genannt, weiterhin die tiefen Abgründe der Welt. Die Irdenen kümmerten sich nicht weiter um die Belange der Völker an der Oberfläche, sondern wollten nur die dunklen Tiefen der Erde erforschen.

Als die Welt nach der Implosion des Brunnens der Ewigkeit zerrissen wurde, waren die Folgen für die Irdenen immens. Die Irdenen, die sich unter den Schmerzen der Erde krümmten, verloren weitgehend ihre Identität und schlossen sich in den Kammern aus Stein ein, in denen sie erschaffen worden waren. Uldaman, Uldum, Ulduar ... das waren die Namen der alten titanischen Städte, wo die Irdenen Gestalt und Form angenommen hatten. Fast achttausend Jahre lang ruhten die Irdenen in Frieden tief unter der Welt. Was die Irdenen weckte, ist unklar, auf jeden Fall erwachten sie schließlich irgendwann aus ihrem selbst gewählten Schlummer. Nun mussten die Irdenen feststellen, dass sie sich im Laufe ihres Schlafs sichtlich verändert hatten. Ihr harter Felspanzer war zu glatter, weicher Haut geworden, ihre Macht über Steine und Erde war geschwunden. Sie waren sterbliche Wesen geworden.

Die Letzten der Irdenen, die sich nun Zwerge nannte, verließen die Hallen von Uldaman und zogen hinaus in die erwachende Welt. Doch da die Sicherheit und Wunder tiefer Orte sie nach wie vor betörten, gründeten sie ein gewaltiges Königreich unter dem höchsten Berg des Landes. Sie nannten ihr Land Khaz Modan oder „Berg von Khaz“, dem titanischen Former Khaz'goroth zu Ehren. Als sie ihrem Titanenvater einen Altar errichteten, schufen die Zwerge eine mächtige Schmiede im Herzen des Berges. Von diesem Tage an trug die Stadt, die um diese Schmiede herum wuchs, den Namen Eisenschmiede. Die Zwerge, die für ihr Leben gern Edelsteine und Gestein formten, suchten in den umliegenden Bergen nach Reichtümern und kostbaren Mineralien. Da sie mit ihrer Arbeit unter Tage zufrieden waren, kümmerten sich die Zwerge nicht um die Angelegenheiten ihrer Nachbarn an der Oberfläche.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:27

Die sieben Königreiche
Strom diente weiterhin als zentrale Nabe von Arathor, doch auf dem gesamten Kontinent Lordaeron entstanden weitere neue Stadtstaaten wie Dalaran. Gilneas, Alterac und Kul Tiras entstanden als erste Stadtstaaten, und auch wenn sie alle ihre eigenen Bräuche und Gewohnheiten hatten, fügten sie sich doch der Oberhoheit von Strom.
  • Unter den wachsamen Blicken des Ordens von Tirisfal wurde Dalaran zum wichtigsten Ausbildungszentrum für Magier im ganzen Land. Die Magokraten, die Dalaran regierten, gründeten die Kirin Tor, eine spezialisierte Sekte, die jeden Zauber und jeden magischen Gegenstand, den die Menschheit bis dahin kannte, erforschen und katalogisieren sollte.

  • Gilneas und Alterac wurden zu starken Verbündeten von Strom und stellten gewaltige Armeen auf, die die südlichen Bergregionen von Khaz Modan erforschten. In dieser Zeit begegneten Menschen erstmals dem alten Zwergenvolk und besuchten die höhlenartige unterirdische Stadt Eisenschmiede. Menschen und Zwerge weihten einander in viele Geheimnisse der Metallbearbeitung und Ingenieurskunst ein und entdeckten eine gemeinsame Neigung zum Kämpfen und Geschichtenerzählen.

  • Der Stadtstaat Kul Tiras, auf einer großen Insel südlich von Lordaeron gegründet, entwickelte eine blühende, auf Fischfang und Schifffahrt basierende Wirtschaft. Mit der Zeit baute Kul Tiras eine mächtige Flotte von Handelsschiffen, die auf der Suche nach exotischen Waren zum Kaufen und Verkaufen in alle bekannten Länder segelte. Doch obwohl die Wirtschaft von Arathor florierte, verfielen nach und nach ihre stärksten Elemente.

  • Im Lauf der Zeit sannen die Fürsten von Strom darauf, ihre Anwesen in die fruchtbaren Nordländer von Lordaeron zu verlegen und die kargen Gebiete im Süden zu verlassen. Die Erben von König Thoradin, die letzten Nachfahren des Geschlechts der Arathi, traten dafür ein, dass Strom nicht aufgegeben werden sollte, und zogen damit den Unmut weiter Teile der Bevölkerung auf sich, die ebenfalls auf Wanderschaft gehen wollten. Die Fürsten von Strom, die im ungezähmten Norden Reinheit und Erleuchtung finden wollten, fassten den Entschluss, ihre alte Stadt hinter sich zu lassen. Weit entfernt gründeten die Fürsten von Strom nördlich von Dalaran einen neuen Stadtstaat, den sie Lordaeron nannten. Der gesamte Kontinent übernahm schließlich den Namen dieses Stadtstaats. Lordaeron wurde zu einem Mekka für alle religiös motivierten Pilger und solche, die inneren Frieden und Sicherheit suchten.

  • Die Nachfahren der Arathi, die in den verfallenden Mauern des alten Strom geblieben waren, fassten den Entschluss, über die Felsengebirge von Khaz Modan nach Süden zu ziehen. Nach vielen Jahreszeiten fand ihre Reise schließlich ein Ende und sie ließen sich in der nördlichen Region des Kontinents nieder, den sie Azeroth nennen sollten. In einem fruchtbaren Tal gründeten sie das Königreich Sturmwind, das bald zu einer autarken Macht wurde.
Die wenigen Krieger, die in Strom geblieben waren, wollten weiter ausharren und die alten Mauern ihrer Stadt bewachen. Strom war nicht mehr der Mittelpunkt des Reiches, entwickelte sich aber zu einer neuen Nation, die Stromgarde genannt wurde. Jeder Stadtstaat für sich brachte es zu Blüte und Wohlstand, aber das Reich Arathor war definitiv zerfallen. Da jede Nation ihre eigenen Bräuche und Überzeugungen entwickelte, hatten sie bald kaum noch etwas gemeinsam. König Thoradins Vision einer geeinten Menschheit war endgültig vergessen.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:27

Aegwynn und die Drachenjagd
Während politische Beziehungen und Rivalitäten unter den sieben Menschennationen wuchsen und schwanden, ließ die Reihe der Wächter in ihren Anstrengungen zum Schutz gegen das Chaos niemals nach. Im Lauf der Jahre gab es viele dieser Wächter, doch nur einer erhielt jeweils die Macht von Tirisfal. Eine der letzten Wächterinnen jener Zeit tat sich als besonders mächtige Kriegerin gegen die Schatten hervor. Aegwynn, ein ehrgeiziges Menschenmädchen, errang die Approbation des Ordens und erhielt den Mantel der Wächterschaft. Aegwynn hetzte Dämonen, wo immer sie ihnen begegnete, und löschte sie aus, stellte aber oft die Autorität des von Männern dominierten Rates von Tirisfal in Frage. Sie glaubte, dass die alten Elfen und älteren Menschen, die den Rat bildeten, zu sehr in ihren Denkweisen erstarrt und nicht weitsichtig genug wären, den Konflikt mit dem Chaos endgültig zu beenden. Sie war der endlosen Diskussionen und Debatten überdrüssig und wollte ihren Herren und Mitstreiter mit jeder Faser ihres Körpers von ihrer eigenen Tüchtigkeit überzeugen, daher schätzte sie in entscheidenden Situationen Tapferkeit manchmal höher ein als Weisheit.

Je besser sie die kosmische Macht von Tirisfal meisterte, desto deutlicher wurde sich Aegwynn einer Anzahl mächtiger Dämonen bewusst, die den eisigen Kontinent Nordend heimsuchten. Aegwynn zog in den fernen Norden und verfolgte die Dämonen bis in die Berge. Dort fand sie heraus, dass die Dämonen einen der letzten noch existierenden Drachenschwarm jagten und den alten Kreaturen die ihnen innewohnende Magie aussaugten. Die mächtigen Großdrachen, die vor den expansionistischen Gesellschaften der Sterblichen geflohen waren, übertrafen die dunkle Magie der Legion nicht an Stärke. Aegwynn griff die Dämonen an und machte ihnen mit Hilfe der edlen Großdrachen den Garaus. Doch als der letzte Dämon von der Welt verbannt wurde, brach im Norden ein gewaltiger Sturm aus. Eine riesenhafte finstere Fratze erschien am Himmel über Nordend. Sargeras, der Dämonenkönig und Fürst der Brennenden Legion, erschien vor Aegwynn und loderte vor höllischer Energie. Er ließ die junge Wächterin wissen, dass die Zeit von Tirisfal zur Neige ginge und die ganze Welt sich bald der Macht der Legion beugen müsse.

Die stolze Aegwynn fühlte sich dem drohenden Gott gewachsen und entfesselte ihre Macht gegen Sargeras’ Avatar. Es fiel Aegwynn auffällig leicht, den Dämonenlord mit ihren Kräften anzugreifen und seine materielle Hülle zu töten. Da die naive Aegwynn befürchtete, Sargeras’ Geist könnte noch verweilen, schloss sie die zerschundene Hülle seines Körpers in einer der alten Hallen von Kalimdor ein, die nach der Zerstörung des Brunnens der Ewigkeit auf den Meeresgrund gesunken war. Aegwynn sollte nie erfahren, dass sie genau nach Sargeras’ Plänen gehandelt hatte. Unwissentlich hatte sie das Schicksal der Welt der Sterblichen besiegelt, denn als sein Leib starb, hatte Sargeras seinen Geist in Aegwynns geschwächten Körper transferiert. Sargeras hauste viele Jahre in den dunkelsten Winkeln ihrer Seele, ohne dass die junge Wächterin auch nur die geringste Ahnung davon hatte.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:28

Krieg der drei Hämmer
Die Zwerge von Eisenschmiede lebten lange Jahre in Frieden. Aber ihre Gesellschaft wurde zu groß für die Enge ihrer Bergstädte. Der mächtige Hochkönig Modimus Ambossar regierte die Zwerge zwar gerecht und weise, doch in der Gesellschaft der Zwerge waren drei starke Fraktionen entstanden.

Der Bronzebart-Klan, der von Than Madoran Bronzebart beherrscht wurde, stand treu zum Hochkönig und stellte die traditionellen Verteidiger von Eisenschmiede. Der Wildhammer-Klan unter Than Khardros Wildhammer bewohnte die Vorgebirge und Felsspalten am Fuß des Berges und strebte nach mehr Einfluss in der Stadt. Die dritte Fraktion, der Dunkeleisen-Zwergeklan, wurde von dem Zauberhexer-Than Thaurissan beherrscht. Die Dunkeleisenzwerge verbargen sich in den dunkelsten Schatten unter dem Berg und schmiedeten Ränke gegen die Bronzebart und Wildhammer. Eine Zeit lang wahrten die drei Fraktionen einen brüchigen Frieden, doch als Hochkönig Ambossar in hohem Alter verschied, kam es zu offenen Spannungen. Die drei herrschenden Klans entfesselten einen Krieg um die Herrschaft über Eisenschmiede. Viele Jahre tobte der Bürgerkrieg der Zwerge unter der Erde. Schließlich trieben die Bronzebart, die über das größte stehende Heer verfügten, die Dunkeleisenzwerge und Wildhammer in die Verbannung.

Khardros und seine Wildhammer-Krieger zogen durch die Barrierentore von Dun Algaz nach Norden und gründeten auf dem fernen Gipfel Grim Batol ihr eigenes Reich. Dort erlebten die Wildhammer eine Blütezeit und konnten ihre Schatzkammern wieder füllen. Mit Thaurissan und seinen Dunkeleisenzwergen meinte es das Schicksal nicht so gut. In ihrer Verbitterung und Wut nach der Niederlage schworen sie Eisenschmiede Rache. Thaurissan führte sein Volk weit in den Süden, wo sie im malerischen Rotkammgebirge eine Stadt gründeten (der er seinen eigenen Namen gab). Der über viele Jahre hinweg angehäufte Wohlstand ließ die Dunkeleisen-Zwerge den Groll gegen ihre Vettern nicht vergessen. Auch die lange seit damals vergangene Zeit half nicht, die Herzen zu erweichen. Thaurissan und sein Zauberhexerweib Modgud begannen Feldzüge gegen Eisenschmiede und Grim Batol. Die Dunkeleisen-Zwerge wollten ganz Khaz Modan für sich beanspruchen. Die Armeen der Dunkeleisen-Zwerge rückten gegen ihre Vettern vor und hätten um ein Haar die Festungen beider Königreiche vernichtet. Schlussendlich jedoch führte Madoran Bronzebart seinen Klan zu einem entscheidenden Sieg über Thaurissans Armee von Zauberern. Thaurissan und seine Diener flohen zurück in ihre sichere Stadt und ahnten nichts von den Geschehnissen in Grim Batol, wo es Modguds Armee nicht besser gegen Khardros und seine Wildhammer-Krieger erging.

Als Modgud gegen die feindlichen Krieger vorrückte, wandte sie ihre Kräfte an, um Furcht in ihren Herzen zu säen. Schatten folgten ihrem Gebot, dunkles Getier kroch aus den Tiefen der Erde empor und jagte die Wildhammer in ihren eigenen Hallen. Schließlich durchbrach Modgud die Tore und belagerte die Festung selbst. Die Wildhammer kämpften verzweifelt, Khardros selbst schritt durch das Schlachtengetümmel, um die Zauberhexerin und Königin zu erschlagen. Als ihre Königin gefallen war, flohen die Dunkeleisen-Zwerge vor der Wut der Wildhammer. Sie eilten nach Süden zur Festung ihres Königs, trafen unterwegs jedoch auf die Armeen von Eisenschmiede, die zur Unterstützung von Grim Batol gekommen waren. Die verbliebenen Streitkräfte der Dunkeleisen-Zwerge wurden zwischen den beiden Armeen aufgerieben und vollkommen vernichtet. Danach wandten sich die vereinten Armeen von Eisenschmiede und Grim Batol nach Süden, um Thaurissan und seinen Dunkeleisen-Zwergen endgültig den Todesstoß zu versetzen. Sie waren noch nicht weit gekommen, als sich Thaurissan in seinem Zorn zu einem Zauber von katastrophalen Ausmaßen hinreißen ließ. Thaurissan wollte einen übernatürlichen Diener beschwören, der seinen Sieg gewährleisten konnte, und rief die alten Mächte an, die unter der Welt schliefen. Zu seinem Entsetzen war die Kreatur, die erschien, weitaus schrecklicher, als er es sich in seinen kühnsten Alpträumen ausgemalt hätte, und sie führte letztlich seinen Untergang herbei.

Ragnaros der Feuerfürst, der unsterbliche Herr und Meister aller Feuer-Elementargeister, war von den Titanen verbannt worden, als die Welt noch jung war. Als Thaurissan Ragnaros durch seinen Ruf befreit hatte, begann dessen Existenz erneut... in einer feurigen Eruption. Ragnaros’ apokalyptische Wiedergeburt auf Azeroth zerschmetterte das Rotkammgebirge und ließ im Zentrum der Verheerung einen lodernden Vulkan entstehen. Der Vulkan, der den Namen Schwarzfelsspitze erhielt, grenzte im Norden an die Sengende Schlucht und im Süden an die Brennende Steppe. Thaurissan wurde ein Opfer der Kräfte, die er entfesselt hatte, und seine überlebenden Brüder wurden von Ragnaros und seinen Elementargeistern versklavt. Sie hausen bis auf den heutigen Tag in der Spitze. Als König Madoran und König Khardros die schrecklichen Verwüstungen und Feuersbrünste sahen, die in den Bergen im Süden ausbrachen, ließen sie ihre Armeen anhalten und kehrten schnellstens in ihre Königreiche zurück, da sie nicht den furchtbaren Zorn von Ragnaros auf sich ziehen wollten.

Die Bronzebarts kehrten nach Eisenschmiede zurück und bauten ihre prächtige Stadt wieder auf. Die Wildhammer kehrten nach Grim Batol zurück. Doch Modguds Tod hatte den Ruch des Bösen in der Bergfestung hinterlassen und die Wildhammer fanden sie unbewohnbar vor. Verbitterten Herzens beklagten sie den Verlust ihrer geliebten Heimat. König Bronzebart bot den Wildhammern ein Refugium in Eisenschmiede an, aber die Wildhammer weigerten sich standhaft. Khardros führte sein Volk nach Norden in die Länder von Lordaeron. Die Wildhammer ließen sich in den dichten Wäldern des Hinterlandes nieder und gründeten die Stadt Nistgipfel, wo die Wildhammer im Einklang mit der Natur lebten und sogar ein Bündnis mit den mächtigen Greifen der Gegend eingingen.

Da sie Beziehungen und Handel mit ihren Vettern aufrechterhalten wollten, bauten die Zwerge von Eisenschmiede zwei gewaltige Brückenbögen, die so genannte Thandol-Spange, um die Kluft zwischen Khaz Modan und Lordaeron zu überbrücken. Durch den beiderseitigen Handel brachten es beide Königreiche zu Wohlstand. Nach dem Tod von Madoran und Khardros ließen ihre Söhne gemeinsam zwei große Statuen zu Ehren ihrer Väter errichten. Die beiden Statuen wachten über den Pass in die Südländer, die im Kielwasser von Ragnaros’ versengender Präsenz vulkanisch geworden waren. Sie dienten als Warnung für alle, die Eroberungspläne gegen die Königreiche der Zwerge hegten, und als Mahnung, welch hohen Preis die Dunkeleisen-Zwerge für ihre Verbrechen zahlen mussten. Die beiden Königreiche blieben einander einige Jahre eng verbunden, doch die Schrecken, die sie in Grim Batol sahen, hatten die Wildhammer sehr verändert. Sie lebten jetzt oberirdisch an den Hängen des Nistgipfels, anstatt ein gewaltiges Reich im Inneren des Berges zu schaffen. Die ideologischen Differenzen zwischen den beiden verbliebenen Zwergenklans ließen sie schließlich getrennte Wege gehen.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:28

Der letzte Wächter
Die Wächterin Aegwynn wurde im Lauf der Jahre immer mächtiger und nutzte die Energien von Tirisfal, um ihr Leben deutlich zu verlängern. Von der törichten Überzeugung verblendet, dass sie Sargeras endgültig besiegt hätte, beschützte sie die Welt fast neunhundert Jahre lang vor den Dienern des Dämonenkönigs. Doch der Rat von Tirisfal entschied schließlich, dass ihre Dienstzeit zu Ende gehen sollte. Der Rat befahl Aegwynn, nach Dalaran zurückzukehren, damit sie einen Nachfolger für die Macht des Wächters wählen konnten. Doch da beschloss Aegwynn, die dem Rat misstraute, selbst einen Nachfolger zu bestimmen.

Die stolze Aegwynn setzte sich in den Kopf, einen Sohn zur Welt zu bringen, dem sie die Macht übertragen würde. Sie hatte nicht die Absicht, ihren Nachfolger so vom Rat von Tirisfal manipulieren zu lassen, wie sie selbst manipuliert worden war. Aegwynn reiste in die südlichste Nation von Azeroth und fand den perfekten Vater für ihren Sohn: einen hoch talentierten Menschenmagier. Sein Name war Nielas Aran. Aran war Hofzauberer und Berater von Azeroths König. Aegwynn verführte den Magier und empfing einen Sohn von ihm. Nielas' natürliche Begabung für Magie wurde auf das ungeborene Kind vererbt, daher scheinen die tragischen Schritte, die es später unternahm, fast vorherbestimmt zu sein. Auch die Macht von Tirisfal wurde dem Kind zuteil, sollte jedoch erst geweckt werden, als es die körperliche Reife erlangt hatte.

Die Zeit verging. Schließlich gebar Aegwynn ihren Sohn in einem abgelegenen Hain. Aegwynn taufte den Knaben Medivh, was in der Hochelfensprache „Bewahrer der Geheimnisse“ bedeutet, und war der festen Überzeugung, dass der Junge zum nächsten Wächter heranwachsen würde. Unglücklicherweise hatte der böse Geist von Sargeras, der sich in ihr verbarg, noch im Mutterleib Besitz von dem schutzlosen Kind ergriffen. Aegwynn hatte keine Ahnung, dass der neueste Wächter der Welt bereits von ihrer größten Nemesis besessen war. Der festen Überzeugung, dass ihr Säugling normal und gesund war, brachte Aegwynn den kleinen Medivh zum Hof von Azeroth und ließ ihn dort von seinem sterblichen Vater und dessen Volk aufziehen. Danach zog sie in die Wildnis und bereitete sich darauf vor, in das Jenseits einzugehen, das sie erwartete. Medivh wuchs zu einem kräftigen Jungen heran und hatte keine Ahnung von der potenziellen Macht seines Geburtsrechts von Tirisfal.

Sargeras hielt sich zurück, bis die Kräfte des Knaben offenbar wurden. Bis dahin war Medivh zu einem jungen Mann herangewachsen, genoss ob seiner magischen Fähigkeiten hohes Ansehen in Azeroth und stürzte sich häufig in Abenteuer mit seinen beiden Freunden: Llane, Prinz von Azeroth, und Anduin Lothar, einer der letzten Nachfahren des Geschlechts der Arathi. Die drei Jungen trieben unablässig Schabernack im ganzen Königreich, waren aber beim Volke überaus beliebt. Als Medivh vierzehn Jahre alt wurde, erwachte die kosmische Macht in ihm und wetteiferte mit dem ungeduldigen Geist von Sargeras, der in seiner Seele lauerte. Medivh fiel in einen Zustand der Katatonie, der viele Jahre andauerte. Als er aus dem Koma erwachte, stellte er fest, dass er erwachsen und seine Freunde Llane und Anduin die Herrscher von Azeroth geworden waren. Zwar wollte er seine neu erlangten unglaublichen Kräfte zum Wohle des Landes einsetzen, das er seine Heimat nannte, doch der dunkle Geist von Sargeras korrumpierte seine Gedanken und Emotionen für finstere Zwecke. Sargeras frohlockte im dunklen Herzen von Medivh, denn er wusste, dass sich seine Pläne für eine zweite Invasion der Welt der Vollendung näherten und der letzte Wächter der Welt sie erfüllen würde.
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:29



Zuletzt von Quithas am Mo 22 Apr 2013 - 20:32 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
 
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BeitragThema: Re: Histographie: Die Annalen der Welt - Band Eins   Mo 22 Apr 2013 - 19:41

Kil'jaeden und der Schattenpakt
Etwa zur Zeit von Medivhs Geburt auf Azeroth brütete Kil'jaeden der Betrüger in der wirbelnden Netherwelt inmitten seiner Anhänger düster vor sich hin. Der listenreiche Dämonenfürst schmiedete auf Geheiß seines Meisters Sargeras Pläne für eine zweite Invasion der Brennenden Legion in Azeroth. Diesmal würde er keine Fehler dulden. Kil'jaeden überlegte sich, dass er eine neue Streitmacht brauchte, um Azeroths Verteidigung zu schwächen, bevor die Legion wieder einen Fuß in die Welt setzen konnte. Wenn die sterblichen Völker wie zum Beispiel die Nachtelfen und Großdrachen gezwungen wären, dieser neuen Bedrohung zu begegnen, wären sie zu schwach, um ernsthaften Widerstand zu leisten, wenn die wahre Invasion der Legion beginnen sollte.

Etwa zu dieser Zeit entdeckte Kil'jaeden die fruchtbare Welt Draenor, die friedlich inmitten des Großen dunklen Jenseits schwebte. Draenor, Heimat der schamanistischen, in Klans organisierten Orcs und der friedliebenden Draenei, war ebenso idyllisch wie groß. Die edlen Klans der Orcs streiften durch die offenen Prärien und frönten der Jagd, während die erfinderischen Draenei simple Städte in den hohen Klippen und Gipfeln ihrer Welt bauten. Kil'jaeden wusste, dass Draenors Bewohner ein gewaltiges Potenzial hatten, der Brennenden Legion zu dienen, wenn man sie entsprechend erziehen konnte.

Kil'jaeden sah, dass von den beiden Völkern die kriegerischen Orcs anfälliger für die Verderbnis der Legion sein würden. Er zog Ner'zhul, den Schamanenältesten der Orcs, in seinen Bann, so wie Sargeras in früheren Zeiten Königin Azshara verblendet hatte. Der Dämon missbrauchte den listigen Schamanen als Werkzeug für seine Pläne und verbreitete Kampflust und Blutrausch unter den Klans der Orcs. Es dauerte nicht lang, und aus dem spirituellen Volk waren blutrünstige Monster geworden. Kil'jaeden drängte Ner'zhul und sein Volk zum letzten Schritt: Sie sollten sich ganz auf Tod und Krieg konzentrieren. Doch der alte Schamane, der spürte, dass sein Volk auf immer und ewig Sklaven des Hasses sein würde, widersetzte sich dem Befehl des Dämons.

Durch die Weigerung Ner'zhuls frustriert, suchte Kil'jaeden nach einem anderen Orc, der sein Volk der Legion in die Hände spielen würde. Schließlich fand der gerissene Dämonenfürst den willigen Anhänger, den er gesucht hatte: Ner'zhuls ambitionierten Lehrling Gul'dan. Kil'jaeden versprach Gul'dan unaussprechliche Macht als Gegenleistung für seinen unbedingten Gehorsam. Der junge Orc wurde zu einem fleißigen Schüler der Dämonenmagie und wuchs zum mächtigsten sterblichen Hexenmeister aller Zeiten heran. Er unterrichtete andere junge Orcs in den arkanen Künsten und trachtete danach, die schamanistischen Traditionen der Orcs zu tilgen. Gul'dan zeigte seinen Brüdern eine neue Form der Magie, eine schreckliche neue Macht, die nach Verdammnis roch.

Kil'jaeden, der seine Macht über die Orcs festigen wollte, half Gul'dan dabei, den Schattenrat zu gründen, eine geheime Sekte, die die Klans manipulierte und die Anwendung von Hexenmeistermagie in ganz Draenor förderte. Mehr und mehr Orcs bedienten sich der Hexenmeistermagie, bis die blühenden Felder und klaren Bäche von Draenor schwarz wurden und abstarben. Nach und nach verwitterten die weiten Prärien, die einst über Generationen Heimat der Orcs gewesen waren; zurück blieb nur karger roter Boden. Die dämonischen Energien töteten die Welt nach und nach.
 
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